Köln (sb). Fünf ganz unterschiedliche Videos bekamen die Zuschauer, zumeist Eltern, Großeltern und Geschwister,im Filmforum Ludwig zu sehen.
Die "Macher" waren 48 Schüler von einer Bergheimer und drei Kölner Gesamtschulen, darunter auch 15 Schüler der Gesamtschule Rodenkirchen. Sie hatten an einem schulübergreifenden Kooperationsprojekt im Rahmen des vom Schulministerium geförderten Projektes "Kultur und Schule" teilgenommen. In vier Workshops konnten die Jugendlichen künstlerisch arbeiten und unter Leitung von Profis eigene Ideen umsetzen. Thematisch ging es um "Kleine und große Katastrophen". So hieß es für die Schüler im Februar etwa eine Woche lang Konzepte entwerfen, schreiben, komponieren, schminken, tanzen, singen, filmen und schneiden. Heraus kamen letztlich drei Kurzdokumentationen, ein Tanzvideo und ein Musikvideo - alle zwischen zehn und fünfzehn Minuten lang. Im Tanzvideo "Meine Katastrophe" boten die Schüler Tanzszenen und erzählten, was für sie eine große Katastrophe war beziehungsweise wäre - beispielsweise die Trennung der Eltern. In der Kurzdoku "Mein Traum" ging es um den Traumberuf. Eine Sängerin in spe präsentierte ihren Gesang in den unterschiedlichsten Situationen. In "Graffiti" erklärten ein jugendlicher und ein älterer "Sprüher", was den Reiz von Graffiti ausmacht. Die Kurzdoku gab einen spannenden Einblick in die Sprüherwelt. In der Kurzdoku "Petites Fleures" bewiesen drei Mädchen viel Mut und erzählten von Erlebnissen, die häufig verschwiegen werden: sexuelle Übergriffe durch einen Exhibitionisten, eine Internetbekanntschaft und einen Kioskbesitzer. Für das fünfte Video mit dem Titel "Schicksal" hatten die Jugendlichen eigens einen Song komponiert, in dem es um einen deutschen Jungen und ein türkisches Mädchen geht, die sich ineinander verlieben. Keine einfache Sache, denn die Familien sehen die Liebe nicht gerne. Jedes der fünf Videos wurde von den Zuschauern mit Begeisterung und viel Applaus aufgenommen. Die Schüler selbst wiederum waren ganz bewegt, wie gut ihre Arbeiten ankamen. "Beeindruckend, wirklich überwältigend", lautete das Resümee von Kim, Linda, Lukas, Jennifer und Christina von der Gesamtschule Rodenkirchen, als sie ihr Werk auf der großen Leinwand sahen - die Krönung eines gelungenen Projekts: "Es war anstrengend, aber es hat wahnsinnig viel Spaß gemacht", erzählten sie, und Christine ergänzte, "dass das Video so gut gelungen ist, stärkt auch das Selbstbewusstsein." Die Fünf hatten bei dem Musikvideo mitgewirkt, das - wie auch "Petites fleures" - ausgewählt wurde, bei einem norwegischen Jugendfilmfestival im Sommer zu laufen.


