Lindenthal (red). In Deutschland müssen
jährlich bis zu 35.000 Schwerverletzte behandelt
werden. Um für diese Patienten eine optimale, schnelle und
qualitätsgesicherte
Behandlung zu gewährleisten, wurden auf Initiative der
Deutschen Gesellschaft für Unfallschirurgie (DGU)
Traumanetzwerke ins Leben gerufen.
Ziel dieses Projekts ist es, jedem Schwerverletzten in
Deutschland rund um die Uhr die bestmögliche Versorgung unter
standardisierten Qualitätsmaßstäben zu
ermöglichen. Die teilnehmenden Einrichtungen übernehmen
entsprechend ihrer Ausstattung und Struktur unterschiedliche
Aufgaben in den Netzwerken als überregionale, regionale oder
lokale Traumazentren. Die in einem regionalen Traumanetzwerk
zusammenarbeitenden Kliniken müssen geprüfte Kriterien
erfüllen, um als Traumazentrum anerkannt zu werden. Dazu
gehören bestimmte Ausstattungsmerkmale wie ein
Hubschrauberlandeplatz, ein eigener Schockraum,
Computertomographie, Not-OP, Intensivstation, Blutbank und mehr.
Außerdem müssen ausgewiesene Fachkompetenz und eine
Rund-um-die-Uhr-Verfügbarkeit der an der Versorgung
Schwerverletzter Beteiligten gesichert sein. Die Einhaltung der
Qualitätsmerkmale wird anhand so genannter
"Auditierungen" (Besuche) der Kliniken und einer
abschließenden Zertifizierung des jeweiligen regionalen
Traumanetzwerkes durch ein unabhängiges qualifiziertes
Zertifizierungsunternehmen sichergestellt (DIOcert). Das
Evangelische Krankenhaus Köln-Weyertal (EVK) konnte sich jetzt
erfolgreich als Regionales Traumazentrum im Traumanetzwerk
Köln zertifizieren. Dies ermöglicht es dem Krankenhaus,
auch weiterhin Patienten mit Verletzungen, die unter das
Verletzungsartenverfahren (VAV) der Berufsgenossenschaften fallen,
zu behandeln. Zu diesem Zweck wurde die Notfallversorgung im
Krankenhaus aufwändig nach den Kriterien der DGU umgebaut. Dr.
med. Karl-Ernst Sander, Chefarzt der Klinik für
Orthopädie und Unfallchirurgie im Evangelischen Krankenhaus
Köln-Weyertal: "Die Patienten werden ihrem
Verletzungsgrad
entsprechend schnell und kompetent behandelt, so dass sie nicht
unter ungeklärten Zuständigkeiten leiden
müssen." Um auch den Mitarbeitenden durch definierte
Vorgehensweisen den Arbeitsalltag zu erleichtern, gibt es im
Evangelischen Krankenhaus Köln-Weyertal eine verabschiedete
Verfahrensanweisung im Hinblick auf das Traumazentrum.
Im EVK Weyertal werden alle wesentlichen Disziplinen der medizinischen Grund- und Akutversorgung angeboten. 2011 versorgten rund 500 Mitarbeiter gut 11.800 Patienten stationär und rund 15.000 Patienten ambulant. Das EVK ist zudem Akademisches Lehrkrankenhaus der Universität zu Köln.


