Auweiler (jb). Am 10. April 1312 wurde der Ort "Urwiler" erstmals urkundlich erwähnt. Während seiner wechselhaften Geschichte gehörte Auweiler zum Erzbistum Köln, zum Kloster Groß St. Martin, zum Herzogtum Berg, dem napoleonischen Frankreich und Preußen.
Seit 1975 gehört der Ort als Doppeldorf gemeinsam mit Esch
zu Köln. Jetzt hat die Maigesellschaft "Greesberger"
das 700-jährige Bestehen des einzigen Veedels ohne Ampel
gefeiert. Der Festakt war einer der Höhepunkte des 86.
Stiftungsfestes der Maigesellschaft, bei dem als aktuelle
Maikönigin Daniela II. (Daniela Bedorf, Tochter des 2.
Vorsitzenden Norbert Bedorf) gekürt wurde. Nach
ökumenischem Gottesdienst, Abholung der Maikönigin samt
Umzug durch den Ort und einer Kranzniederlegung folgte die
Feierstunde mit zahlreichen Grußworten. Der 1. Vorsitzende
Klaus Schiefer hob die Entwicklung der Maigesellschaft vom
Junggesellenverein zum sozialen Fixpunkt im Ort hervor, bei
wachsenden Mitgliedszahlen, inzwischen auch mit einigen Frauen.
Kölns Bürgermeister Manfred Wolf gestand, schon einige
Nächte bei Freunden in Auweiler verbracht zu haben, und lobte,
wie alle Redner, die Arbeit der Maigesellschaft.
Bezirksbürgermeisterin Cornelie Wittsack-Junge ließ die
Geschichte Revue passieren und stellte die Verbindung zwischen
Tradition und Verpflichtung her. Pater Romano lobte die Offenheit
und Gastfreundschaft eines "kleinen Orts mit großem
Herzen", Pfarrer Klaus Termath erhielt viel Beifall für
die Bitte an die Politik, die öffentliche Verkehrsanbindung zu
verbessern. Die beiden Geistlichen schenkten der Maigesellschaft
gemeinsam einen vier Meter großen Lindenbaum. Zu Auweiler
gehören derzeit etwa 740 Haushalte. Rund 70 Haushalte werden
aktuell am Ortsausgang in Richtung Bocklemünd-Mengenich neu
gebaut. Auweiler verfügt als einer von wenigen Ortsteilen in
Köln über eine Dorfwiese im Zentrum, auf der ein Pavillon
und Spielgeräte stehen. Die Kapelle Maria Virgo wurde
durch die Maigesellschaft restauriert. Vor ihr soll eine Stele zur
Erinnerung an die 700-Jahrfeier aufgestellt werden. Informationen
im Internet unter www.maigesellschaft-greesberger.de


