Lindenthal (cd). Nach der gelungenen Premiere im vergangenen Jahr war auch der zweite Kinderflohmarkt des Kindergartens der Johann-Joseph- Gronewald-Schule ein voller Erfolg: Nicht nur die Kinder und Eltern der so genannten "Gronewaldzwerge" waren zahlreich vertreten, auch viele Neugierige aus der Nachbarschaft nutzten die Gelegenheit, um sich umzusehen.
An zahlreichen Ständen wurden Spielzeug, Kinderkleidung und Bücher verkauft. Für die Verpflegung sorgte die Caféteria mit Waffeln und Kuchen. Koordinatorin Kerstin Egouli freute sich vor allem über das Interesse der Anwohner: "Unsere Kinder kommen ja aus einem weiten Einzugsgebiet, sogar aus Bonn oder dem Bergischen. Trotzdem fühlen wir uns zum Stadtteil zugehörig und wollten uns den Nachbarn einmal näher vorstellen." Zu diesem Zweck hatten die Betreuerinnen der "Gronewaldzwerge" mit den Kindern auch die "regulären" Kindergärten der Umgebung besucht und Flyer für den Flohmarkt verteilt - mit Erfolg: Denn das große Interesse machte sich auch bei den Verkaufsständen bemerkbar. Rund die Hälfte waren von Verkäufern besetzt, die nicht zur Elternschaft der "Gronewaldzwerge" gehörten. "Für viele ist das dann der erste Kontakt mit Hörgeschädigten", konnte Kerstin Egouli beobachten. Für Wissbegierige gab es daher einen Schnupperkurs, in dem die Grundlagen der deutschen Gebärdensprache vorgestellt wurden. "Der große Unterschied ist, dass es eine visuelle Sprache ist", erklärte Kerstin Egouli, "man lernt Gebärden wie Vokabeln, und es gibt auch ein Fingeralphabet. Aber vieles funktioniert über das Zeigen, so dass es für 'Sprecher' verschiedener Gebärdensprachen einfacher ist, miteinander zu kommunizieren, als etwa für einen Deutschen und einen Finnen." Im Grunde sollten Gehörlose weniger als behindert, sondern vielmehr als sprachliche und kulturelle Minderheit angesehen werden, "denn behindert sind sie nur im Vergleich zu Hörenden, untereinander nicht." Nur wenige Kinder der "Gronewaldzwerge" sind dabei komplett gehörlos, die meisten sind in verschieden schweren Graden hörgeschädigt. "Aber auch, wenn die Kinder noch etwas hören können, entgeht ihnen doch viel und darunter leidet der Spracherwerb", erläuterte Kerstin Egouli. Um die Kinder angemessen betreuen zu können, werden die Gruppen daher sehr klein gehalten, und bei Gruppenaktivitäten sitzen sie immer im Halbkreis: "Damit sich immer alle sehen und alles mitbekommen können."


