Rodenkirchen (sb). Viele der letzten Einsätze der "Helfenden Hände Rodenkirchen" hatten mit der Umstellung des TV-Empfangs von analog auf digital zu tun. Vor allem ältere Menschen waren verunsichert.
"Wir haben die Geräte wieder richtig eingestellt und
die Sender sortiert", erzählte Horst Flier und schilderte
damit einen typischen Einsatz des Ehrenamtprojekts, das jetzt
seinen ersten Geburtstag mit einem kleinen Fest im Bezirksrathaus
feierte. Flier gab dabei einen kurzen Überblick über das
erste Jahr: Insgesamt waren die Helfer 107 Mal gefragt -
überwiegend bei kleineren Computerproblemen, für
Fahrdienste zu Ärzten oder als Hilfe für den Haushalt,
zum Einkaufen oder um Regale umzustellen. Die Helfer
unterstützten aber auch beim Umgang mit Behörden und
Firmen sowie bei Gartenarbeiten. In zwei Fällen leistete eine
spezialisierte Ehrenamtlerin auch eine Trauerbegleitung. Anfragen
kamen zum Teil aus Zollstock und Bayenthal, zumeist jedoch aus
Rodenkirchen, Rondorf und Immendorf. Die Hilfesuchenden seien
vorwiegend ältere Menschen, so Flier. Er betonte aber, dass
sich das Angebot auch an Jüngere richte. Walter Szyska, der
Koordinator der "Helfenden Hände", freute sich, dass
fast alle 25 Ehrenamtler seit der ersten Stunde dabei seien - auch
die beiden 19-jährigen Abiturienten Lars Nökel und
Philipp Brämer. Sie waren vor allem im Einsatz, wenn es um
Probleme mit dem Computer, Fernseher, Drucker oder Videorecorder
ging: "Es hat sehr viel Spaß gemacht und uns
Selbstsicherheit gebracht." Und auch Szyskas Jahresbilanz fiel
positiv aus: "Wir konnten immer schnell und unkompliziert
helfen." Die Helfer engagieren sich dabei ehrenamtlich, ohne
Gegenleistung. "Meist möchten die Leute uns aber doch
etwas geben, was wir wirklich nicht wollen", berichtete Flier.
Wer in Notsituationen nicht auf Angehörige oder Bekannte
zurückgreifen kann, könne sich an die "Helfenden
Hände" wenden. Die Helfer würden allerdings keine
Aufgaben übernehmen, die von professionellen Dienstleistern
und Handwerkern ausgeführt werden und auch keine
regelmäßigen Arbeiten. Träger des Projekts ist die
Diakonie Michaelshoven. Und so gratulierte auch Carlos Stemmerich
von der Diakonie den Rodenkirchenern zu ihrem Einjährigen:
"Sie haben Tolles geleistet. Die 'Helfenden
Hände' sind eine wunderbare Idee." Das erste Projekt
dieser Art startete vor zwei Jahren in Wesseling, dieses Jahr
werden Initiativen in Porz, Deutz und Hürth ihre
nachbarschaftliche Arbeit aufnehmen.
Auch Bezirksbürgermeister Mike Homann gratulierte dem
"Geburtstagskind" und bedankte sich bei den Helfern:
"Sie tragen zu einer sozialeren und lebenswerten Gesellschaft
bei." Walter Szyska wies abschließend noch auf freie
Kapazitäten hin: "Manche Dienste, die wir anbieten,
wurden bisher aber noch gar nicht angefragt - wie Vorlesen,
spontane Kinderbetreuung, beispielsweise wenn die Mutter zum Arzt
muss oder auch eine Tierbetreuung."
Information
Die "Helfenden Hände Rodenkirchen" sind dienstags von 14 bis 17 Uhr und donnerstags von 10 bis 13 Uhr unter Telefon 0221/ 93549572 (sonst läuft ein Anrufbeantworter) sowie mobil montags bis freitags von 9 bis 17 Uhr unter 0173/ 9059135 und per E-Mail an helfende-haende-rodenkirchen@hotmail.de zu erreichen.


