Höhenberg (sf). An den meisten Orten ist es untersagt, mit Spraydosen Graffiti an Wände zu sprühen. Wenn dies jedoch vor einer Schule unter Aufsicht von Lehrern und Hauseigentümern geschieht, kann solch eine Aktion zu einem besonderen Kunstprojekt werden.
14 Mädchen und Jungen der Hauptschule Nürnberger Straße durften eine etwa sechs Meter breite und 1,70 Meter hohe triste Mauer zwischen ihrer Schule und dem benachbarten GAG Mehrgenerationenhaus an der Nürnberger Straße mit Graffiti in bunte Farben tauchen und waren einen Tag lang mit Sprühdosen vor Ort. Die Siebt- bis Neuntklässler arbeiteten dabei unter Aufsicht ihrer Kunstlehrerin Kirsten Hellmich, die das Projekt zusammen mit ihrem Kollegen Carsten Klett leitete. Bevor die Schüler zu den Spraydosen greifen durften, erhielten sie allerdings im Kunstunterricht erst einmal eine ausgiebige Einführung in die Materie und erlernten den richtigen Umgang mit Graffiti. Mehrere Motive für die Wandgestaltung wurden von den Schülern vorgeschlagen und später den Bewohnern des GAG-Mehrgenerationenhauses zur Abstimmung vorgelegt. Alle 18 Wohnparteien konnten über die Motive abstimmen. Am meisten gefiel den Bewohnern die Idee, acht Nationalflaggen auf die Mauer zu sprühen, da acht verschiedene Nationen in dem Mehrgenerationenhaus leben. Aber auch die Köln Skyline wurde als Motiv gewählt und ist jetzt an der Wand zu sehen. Die Idee zur Graffiti-Aktion stammt von der Wohnungsbaugesellschaft GAG Immobilien AG, die auch das gesamte Material - darunter etwa 50 Sprühdosen - gesponsert hatte. Bei der Aktion stand aber nicht nur der Spaß, sondern auch der Lerneffekt im Vordergrund: "Die Schüler lernen, wo sie sprayen dürfen", erklärt Sabine Klein, Mitarbeiterin im Sozialmanagement der GAG Immobilien AG. "Eigentlich sollte die Mauer begrünt werden, aber die Bewohner des Mehrgenerationenhauses waren alle von der Idee einer Graffiti Aktion begeistert", berichtet Johannes Kaumanns, Sprecher des Bewohnervereins im Mehrgenerationenhaus Nürnberger Straße.


