Kalk (ac). Noch sind Pfingstferien und eigentlich könnten Christian, 16, Vincenzo, 17, Gracs, 14 und Sebastian, 15, ausschlafen oder faulenzen. Stattdessen werkeln sie mit Daniel Weltner und Judith Delker vom Pavillon e.V. in einer ehemaligen Kneipe an der Remscheider Straße.
Auch die Studentin der Sonderpädagogik und der gelernte
Erzieher sind eigentlich nicht auf Handwerksarbeiten spezialisiert,
aber jetzt ziehen sie mit den Jugendlichen Wände ein,
streichen,
hämmern und sägen was das Zeug hält. Schon seit den
Osterferien sind sie dabei: "Wir haben erst einmal nur geputzt
und den Laden vom Nikotin befreit", erinnert sich Weltner.
"Mit Dampfreiniger und Isolierfarbe haben wir versucht, den
Geruch rauszubekommen". Was jetzt noch wüst aussieht,
soll das neue Domizil der Jugendeinrichtung des Pavillon e.V.
werden, die früher in der Albermannstraße angesiedelt
war. Durch das große Sanierungsprojekt der GAG-Häuser
rund um Albermann- und Manteuffelstraße musste der Pavillon
ausziehen und hat nach einer Zeit der Ungewissheit in der
ehemaligen Kneipe ein neues Domizil gefunden. Zur Verfügung
gestellt werden die Räume von der GAG, außerdem erhielt
der Pavillon e.V. 6000 Euro von der Bezirksvertretung, die
Malerbetriebe Wilhelm und Kulbatzki halfen mit Material und
Know-How aus. Auch für die Jugendlichen ist es
selbstverständlich, mitanzufassen: "Wenn wir Hilfe
brauchen, zum Beispiel bei Bewerbungen, gehen wir auch in den
Pavillon, jetzt braucht der Pavillon unsere Hilfe", betont
Vincenzo. Judith Delker war es wichtig, die Renovierung mit den
Jugendlichen gemeinsam zu machen, um sie gleich an den neuen Ort
anzubinden. Den Umgang mit Akkuschraubern,
Bohrmaschinen und anderem Werkzeug lernen die Jugendlichen
nebenbei. Der Einzug ist für den Beginn der Sommerferien
geplant, vorher soll noch ein Graffiti-Künstler mit den
Jugendlichen die Außenwände gestalten. Danach freuen sich
Delker und Welter auf rund 20 Quadratmeter mehr Platz als im alten
Pavillon, wodurch sie auch ihr Angebot erweitern können.
Außerdem erhoffen sich beide von der Lage in einer belebteren
Gegend mehr Laufpublikum unter den Jugendlichen. Ein kleiner und
ein großer Wermutstropfen trüben die Vorfreude: Ein
Außengelände wie in der Albermannstraße steht nicht
zur Verfügung, und auch die ehemalige Kneipe ist nur eine
Übergangslösung: Auch sie liegt in einem Sanierungsgebiet
und kann vom Pavillon e.V. nur bis Ende 2013 genutzt werden.


