Müngersdorf (cd). Die Zeit bis zur Fußball-EM wollten 16 Teams von Förder-, Haupt- und Realschulen aus Köln und Umgebung nicht abwarten. Auf den Wiesen vor dem Rhein-Energie-Stadion spielten sie selbst eine "Große Fairplay-Europameisterschaft" aus, in der jede Mannschaft ein EM-Teilnehmerteam vertrat.
Veranstaltet wurde das Turnier von "Köln kickt",
einemProjekt des Jugendhilfeträgers "Rheinflanke
e.V.". Unter den Zuschauern waren auch Vertreter der GAG
Immobilien AG, die "Köln kickt" als Sponsor
unterstützt. Der Geschäftsführer von
"Rheinflanke e.V.", Sebastian Koerber, dankte dem
Vorstandsvorsitzenden der GAG, Uwe Eichner, ebenso für die
Unterstützung wie die Schirmherrin von "Köln
kickt", Elfi Scho-Antwerpes. Begeistert war die
Bürgermeisterin vor allem davon, "dass die jungen Spieler
ohne Schiedsrichter spielen - und ohne Streit. Da können auch
die FC-Fans noch etwas von lernen." Denn bei "Köln
kickt" wird nach besonderen Regeln und dem Konzept
"Fußball für Toleranz" gespielt. Jungen und
Mädchen kicken gemeinsam, die Teams sind auf fünf Spieler
beschränkt. Die Akteure achten selbst auf die Einhaltung der
Spielregeln, die zuvor gemeinsam mit einem "Teamer"
besprochen wurden. Dieser beobachtet den Verlauf des Spiels von
außerhalb und schreitet lediglich bei heftigen Fouls ein.
"Nach dem Spiel treffen sich alle Spieler in der Dialogzone
und reden über das Spiel. Danach geben sich die Mannschaften
gegenseitig Fairness-Punkte, die genauso viel zählen wie die
Spielpunkte", fasst Grischa Wirths, einer der
"Teamer",
zusammen. Neben Fußballkenntnissen sind vor allem
Menschenkenntnis und die Fähigkeit, mit Argumenten zu
überzeugen, als "Teamer" gefragt. "Ziel ist es,
dass die Jugendlichen lernen, ihre Konflikte ohne Gewalt zu
lösen und einander mit Respekt zu behandeln - nicht nur auf
dem Feld, sondern auch in ihrem Alltag", erklärt Wirths.
"Köln kickt" wurde 2006 von Sebastian Koerber und
Christoph Bex gegründet. Mit ihremKonzept waren sie so
erfolgreich, dass sie bald auf die Idee kamen, es auf die
nähere Umgebung auszudehnen. "Als 'Rheinflanke'
sind wir inzwischen auch in weiteren Städten der Region wie
Bonn, Bedburg, Grevenbroich oder Bornheim aktiv", erklärt
Andreas Müller, der als Koordinator für den Bereich
Schule/Beruf zuständig ist. Denn der Verein möchte die
Jugendlichen auch im täglichen Leben zu verantwortlichem
Handeln anhalten. "Was die Jugendlichen hier lernen,
können sie für ihr ganzes Leben anwenden: grundlegende
Regeln, die man beachten muss, um eine Ausbildung und einen Beruf
zu bekommen und ein gutes Leben zu führen", so Sebastian
Koerber.


