Finkenberg (kg). Der Platz vor der Schule vermittelte den Eindruck, als gebe es ein Fest: Afrikanische Musik von "The Oliver Mtukudzi Collection" war zu hören, ein Mädchen zeigte Fußballtricks, Läufer kamen heran und erhielten einen Stempel. Ein paar Meter weiter stärkten sie sich mit Apfelsaft, Wasser oder Bananenstücken.
Die Lise-Meitner-Gesamtschule hatte zu einem Sponsorenlauf
eingeladen, an dem etwa 800 Kinder und Jugendliche teilnahmen. Ihr
Weg führte sie von der Schule zum Kontrollpunkt Eupener
Straße und wieder zurück über die
Fußgängerzone. Die Schüler hatten sich zuvor
Sponsoren gesucht, also Eltern, Großeltern, Geschwister und
Freunde gefragt, ob sie sie für jeden gelaufenen Kilometer
unterstützen. "Die Kinder sind total motiviert",
sagte Schulleiter Peter Fellmann, "letztes Jahr haben wir fast
die 10.000 Euro-Schallgrenze erreicht". In diesem Jahr ging es
unter anderem um ein Eine-Welt-Projekt: In der namibischen
Küstenstadt Swakopmund werden ein Kindergarten und eine
Suppenküche unterstützt. 50 Prozent der gelaufenen Gelder
gehen dorthin. "Das wird über die Deutsch Namibische
Gesellschaft an die Projektkoordinatorin in Namibia, Anja Rohwer,
überwiesen", erläuterte Alexander Lehnhäuser
vom Planungsteam des Sponsorenlaufes. Die restlichen 50 Prozent
sind für die Toilettenbewirtschaftung und den Freizeitbereich
der Lise-Meitner-Gesamtschule vorgesehen. Auch die
Flüchtlingsarbeit im Stadtteil soll unterstützt werden.
Im Vorfeld des Laufes "Walk 2 help" starteten 180
Fünftklässler rote Luftballons. Sie schwebten mit
Botschaften gen Himmel, auf denen zum Beispiel "Respekt vor
dem anderen", "Wir sind gegen Rassismus, wir sind alle
gleich", "Keiner darf den anderen beleidigen" oder
"Ausländer sind willkommen", zu lesen war. An der
Finkenberger Gesamtschule sind mehr als 60 Nationen vertreten. Der
Start der Luftballons durch die Fünftklässler ist ein
Teil von "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage",
kurz SOR-SMC. "So können sich die Kinder in das Projekt
einleben, damit das für sie selbstverständlich
wird", erläuterte Schulleiter Fellmann. Annemie Steffens
vom Planungsteam berichtete von Erfolgen des Vorjahres: "75
Luftballon-Botschaften kamen zurück. Da waren viele
schöne Rückmeldungen dabei". Der Luftballon, der am
weitesten flog und auf den geantwortet wurde, schaffte es bis nach
Wermelskirchen.


