Innenstadt (af). Ein Vogelhotel für Schleiereulen, Turmfalken und Dohlen gibt es jetzt im Kirchturm von St. Michael am Brüsseler Platz. In rund 30 Metern Höhe, in der linken Kirchturmspitze unterhalb der Glockenstube, sollen die Vögel in einem eigenen Nistkasten in Zukunft ihren Nachwuchs aufziehen. Das jedenfalls hofft Falko Huckenbeck vom Arbeitskreis Ornithologie des Naturschutz Bundes (NABU).
Mit Claudia Wegworth aus dem NABU-Stadtverband Köln hat er
die hölzerne Brutstätte aufgestellt. Der Nistkasten ist
rund einen Meter breit, 60 Zentimeter tief und 50 Zentimeter hoch.
Der Boden ist mit Kies ausgelegt. "Mehr Komfort benötigen
die Vögel nicht", so Claudia Wegworth. Sie wohnt in
direkter Nachbarschaft der Kirche und hat den Vorschlag für
den Nistkasten gemacht. Das Einflugloch zu der neuen
Brutstätte ist vom Boden aus fast nicht zu sehen. Die nur rund
20 Zentimeter große Öffnung ist in dem Turmfenster
unterhalb der Glockenstube angebracht. "Die Tiere gelangen nur
in den Nistkasten und nicht in den Kirchturm", erklärt
Huckenbeck. So können die Vögel das Gotteshaus nicht
verschmutzen oder gar in das Kirchenschiff gelangen. Das war eine
Voraussetzung für die Aufstellung des Nistkastens.
"Wir freuen uns auf unser zukünftigen gefiederten
Nachbarn", so Pfarrer Andreas Brocke. Für ihren Einsatz
für den Artenschutz hat der NABU der Kirchengemeinde St.
Michael eine Urkunde ausgestellt. Bis die ersten Vögel in den
Nistkasten einziehen wird es aber noch etwas dauern. Die Nistzeit
ist gerade vorüber. Für Eulen beginnt sie wieder im
Januar und für Turmfalken im April. Falko Huckenbeck geht von
einigen Jahren Wartezeit aus: "Die neue Brutstätte muss
sich erst einmal rumsprechen. In St. Gereon in Merheim hat es vier
Jahre gedauert bis die ersten Vögel in den dortigen Nistkasten
eingezogen sind."


