Dellbrück (sf). Weit über 400 Pflanzen- und mehrere Dutzend Tierarten leben in der Dellbrücker Heide. Gleichzeitig ist das 40 Hektar große Naturschutzgebiet auch ein beliebtes Ausflugsziel vieler Menschen.
Einige Besucher verlassen jedoch beim Durchqueren des
Naherholungsgebietes die offiziellen Wege und gefährden damit
die Natur.
Um dies zu verhindern, hat der Bund für Umwelt und Naturschutz
(BUND) jetzt erstmals einen offiziellen Wegeplan der Stadt
Köln herausgegeben, der deutlich erkennbar macht, über
welche Wege man spazieren darf.
Der Bund betreut die Dellbrücker Heide in Zusammenarbeit mit
der Stadt und führt Maßnahmen zum Erhalt des
Naturschutzgebietes durch. Dieses befindet sich jedoch zu einem
großen Teil in mangelhaftem Zustand, wie Holger Sticht vom
Bund erklärt. Insbesondere die sich im Besitz der
Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA) befindliche
Hälfte der Dellbrücker Heide bereitet dem Bund große
Sorgen: Während der Naturschutzverband die städtische
Hälfte pflegt, lässt die BIMA ihre Seite verwuchern.
"Das Naturschutzgebiet befindet sich hier in mangelhaftem
Zustand", erklärt Holger Sticht. So hat die BIMA
beispielsweise eine Baumart aufgeforstet, die das wertvolle
Heideland überwuchert und zerstört: Die
spätblühende Traubenkirsche verbreitet sich massenhaft in
der Dellbrücker Heide und gefährdet den Naturschutzraum.
Während der Bund mit gezielter Beweidung gegen die Ausbreitung
des Baumes vorgeht, hat der Naturschutzverbund keine Erlaubnis,
dieselbe Aktion auf der anderen Seite der Heide durchzuführen:
"Die Maßnahmen würden wir gerne auch hier machen,
aber die BIMA reagiert nicht auf unsere Anfragen", berichtet
Sticht.
Doch auch viele Besucher der Dellbrücker Heide sind eine
Gefahr für das Naturschutzgebiet: Viele Gruppen treffen sich
hier, um abends Partys zu feiern und hinterlassen Unmengen an
Müll. Bei regelmäßigen Kontrollen des Ordnungsamtes
werden häufig feiernde Gruppen erwischt, die mit einer
Geldbuße bestraft werden.
Auch das Baden im kleinen See ist strengstens verboten: Die
Kiesgrube, die illegal zum Baden missbraucht wird, ist nicht im
Wegenetz erschlossen und darf daher gar nicht erst betreten werden.
Selbst der Weg zur Kiesgrube ist nicht im Wegenetz enthalten. Wer
diesen Weg dennoch begeht oder an anderer Stelle das Wegenetz
verlässt, begeht eine Ordnungswidrigkeit, die mit einem
Bußgeld bestraft wird. Das Ordnungsamt wird diesbezüglich
in nächster Zeit verstärkt Kontrollen in der
Dellbrücker Heide durchführen.
Der neue Wegeplan kann über die Internetseite www.dellbrücker-heide.net heruntergeladen
werden. Hier findet man auch viele weitere Informationen zu dem
grünen Idyll und erfährt unter anderem, wann kostenlose
Führungen durch das Naturschutzgebiet angeboten werden.


