Deutz (sf). Sitzgelegenheiten gab es in der Pausenhalle der Werner-von-Siemens-Schule keine, und genau dagegen protestierten die Auszubildenden des Berufskollegs bei ihrer ersten Sitzblockade:
Ein Großteil der 1500 Schüler hatte sich in der Pausenhalle versammelt, um mit Plakaten seinen Frust über die fehlenden Bänke zum Ausdruck zu bringen: "Geld für Bänke statt für Banken" oder "Ein Jahr auf dem Kalten" war auf den Plakaten zu lesen. Ein Schüler hatte sich eine Hängematte gebastelt, die übrigen saßen auf dem Boden. Nachdem die rund 15 Jahre alte Bank in der Pausenhalle ramponiert wurde und kaum noch zu reparieren war, wurde sie aus Sicherheitsgründen von der Gebäudewirtschaft entfernt. Diese hatte versprochen, innerhalb von zwei Monaten eine neue Bank für rund 30 Schüler zu liefern. Die angekündigte achtwöchige Wartezeit war zunächst kein Problem, da sie größtenteils in die Sommerferien fiel. Allerdings wurde das Versprechen nicht eingehalten - bis heute nicht: Mittlerweile ist es genau ein Jahr her, dass die Bank entfernt wurde. Andreas Daube, stellvertretender Leiter der Werner-von-Siemens Schule, spricht von einem "Kommunikationsproblem" mit der Stadt, da es hier bis vor kurzem noch nicht einmal einen Ansprechpartner gegeben hatte. "Fünf Ämter sind dafür zuständig, dass eine Bank aufgestellt wird. Man benötigt hierzu sogar eine Baugenehmigung", stellt Daube unglaubwürdig fest. Zusammen mit vier weiteren Deutzer Berufskollegs hat sich die Werner-von Siemens-Schule zum "Campus Deutz" zusammengeschlossen. Gemeinsam möchte man überlegen, wie sich die Kommunikation mit der Stadtverwaltung verbessern lässt. Mittlerweile hat Andreas Daube doch wieder etwas Hoffnung geschnürt, dass seine Schüler demnächst die Pausen sitzend verbringen können: Beim Amt für Schulentwicklung hat die Werner-von-Siemens-Schule endlich einen Ansprechpartner gewinnen können. Wann die von den Schülern stark herbeigesehnte Bank nun kommen wird, hat dieser der Schule bisher aber noch nicht mitgeteilt.



