Rath/Heumar. Der Kölner Rennfahrer Ulli Andree hat sich in der Deutschen Langstreckenmeisterschaft erneut zum Titelfavoriten gemausert:
Drei Siege in den ersten vier Rennen auf der legendären Nürbrugring-Nordschleife bedeuten für den Rath-Heumarer eine hervorragende Ausgangsposition. Dennoch ist Andree derzeit nicht zum Feiern zumute: "Ein Sponsor ist trotz anders lautender Vereinbarungen abgesprungen, sodass die Finanzierung nun nur noch für ein weiteres Rennen reicht."Das würde das Ende für Andrees Titelambitionen bedeuten. "Es ist schwer zu verstehen, denn ich fahre bei einem Topteam mit einem absoluten Topauto mit zwei hervorragenden Teamkollegen, wir siegen quasi am Fließband und jeder Lauf wird im TV gezeigt - da sollte man eigentlich davon ausgehen können, dass das Interesse potenzieller Sponsoren vorhanden sein müsste. Leider konnte ich aber bis dato keinen weiteren Partner finden, obwohl wir von wirklich überschaubaren Summen sprechen."Andree ist in der Saison 2012 auf einem GT-Rennsportwagen unterwegs, der auf der Silhouette eines VW Scirocco basiert. "Das Auto wurde von VW Motorsport als Werksprojekt aufgebaut, wurde konsequent weiterentwickelt und ist extrem schnell." Kein Wunder, denn die Weiterentwicklung betriebt mit Andreas Lautner der Mann, der bis 2011 noch als Technischer Direktor bei Volkswagen Rallye Dakar-Siege feierte und den Scirocco GT24 auf der Rundstrecke betreute. Sein Team LMS-Engineering aus dem Westerwald übernimmt zudem die Einsätze bei den Rennen. "Die Stärke des Fahrzeugs sind seine extrem gute Aerodynamik und der hohe mechanische Grip", erläutert Andree. " Dadurch fahren wir Rundenzeiten, die sonst nur von rund 150 PS stärkeren Fahrzeugen erzielt werden."Mit seinem 370 PS starken 2-Liter-Turbomotor startet der nur 1.030Kilogramm leichte Scirocco GT24 in der sogenannten SP3T-Klasse der Meisterschaft, deren Rennen über vier beziehungsweise sechs Stunden dauern. Auch mit dem Start in dieser Klasse liegen Andree und sein Team goldrichtig, denn die Punkte für die Meisterschaft werden pro Klasse vergeben - in direkter Abhängigkeit zur Anzahl der Gegner: Viel Feind, viel Ehr also und in der SP3T sind regelmäßig die größten Starterfelder unterwegs.



