"Lieber Da-Da als Bla Bla"

Sonntag eröffnet das Fantasie Labor des Max Ernst Museum

Brühl. Es hätte Max Ernst sicher gefallen: In seinem Geburtshaus an der Schlossstraße 21 befindet sich jetzt ein "Fantasie Labor", in dem die Kunst eines der bedeutenden Malers des 20. Jahrhunderts von Kindern und Erwachsenen erfahren werden kann. Hier soll gedruckt, gepinselt, schraffiert, geschnitten und noch vieles mehr gemacht werden - kurzum: Hier entsteht Kunst!

Seit der Eröffnung des Max Ernst Museums wurde die Idee eines eigenen Gebäudes für die Museumspädagogik in direkter Nähe zum Museum verfolgt. Zur Förderung dieser Pläne unterstützte die Kultur- und Sozial-Stiftung der Provinzial Rheinland Versicherung AG die Stiftung Max Ernst.

Aus denkmalschutzrechtlichen Gründen konnte das Vorhaben auf dem Grundstück an der Comesstraße/Max-Ernst-Allee jedoch nicht realisiert werden. Als Alternative bot sich das Max Ernst Geburtshaus an. 2008 erwarb  eine Tochtergesellschaft der Provinzial das Gebäude, welches seinerzeit der katholischen Kirche gehörte.

Das 1885 erbaute und unter Denkmalschutz stehende Haus ist nur wenige Gehminuten vom Max Ernst Museum entfernt und verfügt nach umfangreichen Sanierungsmaßnahmen nun einen 40 Quadtratmeter großen Werkraum für kreative Aktivitäten im Erdgeschoss. Die Räume des ersten und zweiten Geschosses werden als Büros der Museumsverwaltung dienen.

Doch Kernstück des neuen Fantasielabors ist sicher der angrenzende barrierefreie Neubau für museumspädagogische Zwecke: Auf rund 100 Quadratmeter können sich Kinder und Erwachsene, sowie natürlich ganze Schulklassen kreativ und schöpferisch unter Anleitung betätigen. Rund ein Dutzend Museumspädagogen, aber auch Künstler arbeiten freiberuflich für das Fantasie Labor.

Mit diesem »Fantasie Labor« wird eine entscheidende Grundlage zur Förderung der Attraktivität und der Möglichkeiten museumspädagogischer Vermittlungsarbeit geschaffen. »Die Vorstellung, dass sich Kinder oder Jugendliche, aber auch Erwachsene, kreativ und spielerisch mit den Werken von Max Ernst und seinen für die Kunst des 20. Jahrhunderts so bedeutenden Techniken gerade an dem Ort auseinandersetzen, an dem er 1891 geboren wurde, bot ein Identifikationsmoment von besonderer Aussagekraft, dessen Reiz sich alle Beteiligten nicht entziehen konnten«, so Museumsdirektor Dr. Achim Sommer.

Die Kunst von Max Ernst an möglichst viele Zielgruppen zu vermitteln - dieser Aufgabe ist das Max Ernst Museum seit seinem Start engagiert mit einem Team von über einem Dutzend freien Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern nachgekommen (2011 fanden 611 Führungen und 211 Workshops statt).

Kunst durch eigenes schöpferisches Arbeiten erfahrbar zu machen, ist dabei ein überaus wirksames Mittel. In Zeiten digitaler Wirklichkeiten ist das genaue Entdecken eines Kunstwerks im Original geradezu unersetzlich. Aber erst durch das praktische Arbeiten werden kreative Schaffensprozesse und die Techniken, mit denen ein Kunstwerk entsteht, unmittelbar erfahrbar.

Das Fantasie Labor ermöglicht es, schöpferische Kräfte frei zu erproben und die eigenen Talente ungezwungen zu erforschen. Kunstbegeisterte aller Altersstufen können dort miteinander gestalterisch aktiv werden.

Die von Künstlerinnen und Künstlern sowie Kunstvermittlerinnen und Kunstvermittlern durchgeführten Praxisprogramme orientieren sich an der Vielfalt der Techniken, die Max Ernst innovativ nutzte, sowie an den künstlerischen Positionen und Themen der Wechselausstellungen.

Neben Gruppenangeboten gibt es fortlaufende Programme wie »Lieber Dada als Bla-Bla« für junge »Kunstlaboranten« und »Nicht nur schauen: selbst gestalten!« für experimentierfreudige Erwachsene.

Ein Highlight des Fantasie Labors ist die neue Druckpresse, an der verschiedene druckgrafische Verfahren ausprobiert werden können. In den Schulferien finden mehrtägige Themenworkshops für verschiedene Altersklassen statt.

Alle Praxiskurse sind mit einem gemeinsamen Museumsbesuch zur Entdeckung der Sammlung und der Wechselausstellungen verbunden. Dies gilt auch für die Geburtstagsworkshops, die sowohl für Kinder als für Erwachsene angeboten werden. Die Zusammenarbeit mit Schulen bleibt von großer Bedeutung und bildet eine lebendige Erweiterung der »Kunsterziehung«.

Das Max Ernst Museum Brühl des LVR und die Räume des Anbaus des Geburtshauses sind barrierefrei. Menschen mit Handicap sind willkommen. Die Workshops im Fantasie Labor und die Führungen im Museum sind für alle Besucher offen. Außerdem gibt es spezielle Programme für Sehbehinderte und Blinde sowie für Hörgeschädigte und Gehörlose. Weitere Angebote für Menschen mit besonderen Bedürfnissen sind auf Anfrage möglich.

Am Sonntag, 1. Juli 2012 erwartet von 13 bis 17 Uhr ein buntes Familienprogramm die Besucherinnen und Besucher. Kreative Aktivitäten im neu eröffneten Fantasie Labor werden durch einen Max Ernst Parcours von der Brühler Innenstadt bis zum Max Ernst Museum ergänzt. Mitmachaktionen mit dem Zirkus »Trapezius« werden an fünf Stationen zwischen dem Geburtshaus und dem Museum angeboten. Um 14 Uhr sowie um 16 Uhr wird eine surrealistische Parade mit Stelzenläufern von »Corpus Titanium« und kostümierten Achtklässern des Max Ernst Gymnasiums stattfinden. Die Teilnahme an allen Aktivitäten ist kostenlos.

 

Das Programm im Einzelnen:

13 - 17 Uhr: Soweit das Auge reicht 
Kreative Mitmachaktionen, inspiriert von Max Ernst,
im neu eröffneten Fantasie Labor. (Schloßstraße 21, 50321 Brühl)

13 - 17 Uhr: Max Ernst Parcours
Auf den Spuren des Künstlers
Fragebögen erhältlich an der Museumskasse, sowie am Stand vor der
Brühl-Info am Marktplatz. Am Ende wartet eine Überraschung!

13 - 17 Uhr: Kapriolen mit dem Mitmachzirkus »Trapezius«
Zwischen dem Fantasie Labor und dem Max Ernst Museum (Einrad fahren,
auf dem Ball laufen, Balancieren auf dem Seil, Jonglieren, Seifenblasen pusten).
Hinweis: Bei Regen findet der Mitmachzirkus im Dorothea Tanning Saal
im Max Ernst Museum statt.

13 - 17 Uhr: Info-Stand Kombitickets mit Gewinnspiel
Am 1. Juli 2012 werden neue Kombitickets eingeführt, die einen Besuch der
Schlösser Brühl sowie des Max Ernst Museums zum reduzierten Preis ermöglichen.
Mehr dazu am Stand! Hinweis: Der Stand befindet sich am Schlossgartentor am Mayersweg,
bei Regen im Max Ernst Geburtshaus.

13 - 17 Uhr: Fantastische Kuchen 
Das rote Kuchenmobil vor dem Geburtshaus und das Café
»Chez Max« im Max Ernst Museum sorgen für das leibliche
Wohl.

13 - 17 Uhr Kinderrallye im Max Ernst Museum

14 - 14.45 Uhr / 16 - 16.45 Uhr: Surrealistische Parade
Mit den Stelzenläufern von »Corpus Titanium« und Achtklässlern
des Differenzierungskurses »Deutsch - Kunst«
vom Max Ernst Gymnasium in der Brühler Innenstadt.
Die Teilnahme an allen Aktivitäten ist kostenlos.
Keine Anmeldung erforderlich

Alle Angebote sowie die Workshops und vieles mehr hier: www.fantasielabor.lvr.de

Letzte Änderung: Freitag, 29.06.2012 19:44 Uhr

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