Erst Stillstand, dann Schwerlaster?

Brücke über Decksteiner Weiher auf der Gleueler Straße gesperrt

Sülz (af). Die Brücke über den Decksteiner Weiher auf der Gleueler Straße ist idyllisch gelegen zwischen Bäumen und Wiesen, trotzdem ist sie ein viel befahrenes Nadelöhr für den Berufspendlerverkehr.

Doch für die nächsten sechs Monate ist dieser Verkehrsweg gesperrt. Die in den Jahren 1929 und 1930 errichtete Brücke muss umfangreich saniert werden. Das bedeutet für die schon heute überfüllten Straßen wie Aachener Straße und Dürener Straße noch mehr Verkehr. Doch eine Alternative zu der Sperrung gibt es nicht. Eine Behelfsbrücke würde einen großen Eingriff in das Grün bedeuten. Die Berufspendler müssen also morgens und abends noch mehr Zeit einplanen. Mehr Sorgen als das Verkehrschaos bereitet den Bezirksvertretern in Lindenthal allerdings die Zukunft. Bisher durften nur Fahrzeuge mit einem Maximalgewicht von zehn Tonnen die Brücke passieren. Nach der Generalsanierung wird die Brücke Lasten bis zu 30 Tonnen tragen können. "Es gibt Normen für Brücken, die uns zwingen, das Bauwerk nach Brückenlast 30 auszubauen", erklärt Susanne Durau vom Amt für Brücken und Stadtbahnbau. Trotzdem soll die Gewichtsbeschränkung bis zehn Tonnen bestehen bleiben, so das Amt für Straßen und Verkehrstechnik. Die Politik ist skeptisch und befürchtet einen erhöhten Schwerlastverkehr durch das Naherholungsgebiet. "Die Erfahrung zeigt, dass überall in Köln alle LKW-Verbote ignoriert werden", sagt der stellvertretende Bezirksbürgermeister von Lindenthal, Roland Schüler. Auch die Bürgerinitiative Sülz-Lindenthal (BISL) ist gegen den Ausbau der Brückenlast auf 30 Tonnen. "Die Brückensanierung könnte nur der erste Schritt sein, um die Gleueler Straße als weitere Hauptverkehrsschneise vom Rhein-Erft-Kreis in die Stadt umzubauen", befürchtet Raimo Becker Haumann, Sprecher der BISL. Das Verkehrsgutachten zur geplanten Verlegung des Großmarktes nach Marsdorf weist nämlich die Gleueler Straße als Ausweichroute für die Dürener Straße aus. Bei der Generalsanierung der Brücke müssen auch Schäden unterhalb der Wasserlinie behoben werden. Dafür wird der Weiher mit Dämmen zu beiden Seiten der Brücke gestaut, damit im Trockenen an den Brückenpfeilern gearbeitet werden kann. Fußgänger und Radfahrer können den Weiher während der Sanierung über einen Damm neben der Brücke überqueren. Die Kosten für die Sanierung belaufen sich auf rund 1,25 Millionen Euro.

Letzte Änderung: Mittwoch, 04.07.2012 13:29 Uhr

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