Klettenberg (cd). Ein Jahrhundert "Katholische Grundschule Lohrbergstraße" - eine willkommene Gelegenheit, um ausgiebig zu feiern - und die nutzten Lehrer, Schüler und Freunde der Einrichtung.
Nach einem Festgottesdienst begann das große Schulfest, das zu diesem besonderen Anlass so viele Besucher anzog wie noch nie. Am Abend zuvor hatte man beim offiziellen Festakt mit vielen geladenen Gästen gefeiert, unter anderem mit Bürgermeisterin Elfi Scho-Antwerpes und ehemaligen Schülern - der älteste von ihnen war stolze 92 Jahre alt. "Im Grunde feiern wir aber schon viel länger, denn die Vorbereitungen für das Jubiläum fingen schon zwei Wochen vorher an", erklärte Schulleiterin Christine Esser. Bei Ausflügen ins Freilichtmuseum Kommern und ins Schulmuseum Bensberg erhielten die Schüler einen Einblick, wie es auch an ihrer Schule vor 100 Jahren ausgesehen hat. "Wie vor 100 Jahren" lautete dann auch das Motto der Projektwoche, in der sich die Schüler in verschiedenen Gruppen mit dem Leben zu Beginn des 20. Jahrhunderts beschäftigten. Sie lernten, wie vor hundert Jahren unterrichtet wurde, sahen sich Bilderbücher aus der damaligen Zeit an, versuchten sich an der alten Sütterlin-Schrift und lernten Stricken. Die Ergebnisse ihrer Projekte wurden während des Schulfestes den Eltern präsentiert. Und weil in den hundert Jahren eine Menge geschehen ist, ließ Christine Esser auch eine Chronik der Schule erstellen. Claudia Tiggemann-Klein, Historikerin und Mutter einer Schülerin, vertiefte sich dafür in vorliegende Quellen. "Bis 1968 war die Schule noch eine Volksschule mit acht Jahrgängen und praktisch immer zu klein. Wenn man anhand der aktuellen Schülerzahlen anbaute, waren zur Fertigstellung so viele dazu gekommen, dass das Gebäude schon wieder zu klein war." Im Krieg wurde die Schule dann stark zerstört, ein ganzer Flügel des Gebäudes wurde nach Kriegsende nicht wieder aufgebaut. Ansonsten aber konnte Claudia Tiggemann-Klein nur Gutesüber die Schule berichten. "Die KGS Lorhbergstraße war gegenüber neuen Ideen immer aufgeschlossen. So gehörte sie auch zu den ersten Schulen, in denen Mädchen und Jungen gemeinsam unterrichtet wurden." Zum besonderen Jubiläums-Schulfest hatten auch viele Ehemalige den Weg in ihre alteSchule gefunden. Manche ließen sich durch die Klassenzimmer führen und schwelgten in Erinnerungen - sehr zur Freude von Christine Esser: "Ich habe heute viele schöne Gespräche mit älteren Herrschaften geführt, die seit Jahrzehnten nicht mehr hier waren."


