Und fast war die Sprache verkauft

GGS Mülheimer Freiheit feierte ihr zweites Kulturfest

Mülheim (fs). Paula hat ein schlechtes Geschäft gemacht. Damit sie keine Hausaufgaben machen muss, verkauft sie einem teuflisches Wesen Stück für Stück ihre Sprache. Erst sind es nur die unbestimmten Artikel und die Präpositionen. Dann sind es die Verbformen. Zum Schluss fordert das Wesen von jedem Wort, dass mit zwei Konsonaten beginnt, den ersten. 

In dem Theaterstück "Der Sprachabschneider" findet Paula noch einen Weg, dem teuflischen Wesen ihre Sprache wieder abzujagen. Doch fast wäre es zu spät gewesen, denn sie konnte sich ihrer Umgebung kaum noch mitteilen. "Es ist wichtig, dass wir alle Formen haben, um uns verständigen zu können," sagte Elke Evers Leiterin des Offenen Ganztags an der Rheinschule - GGS Mülheimer Freiheit. "Die Macht der Worte" war das Motto des zweiten Kulturfest der reformpädagogisch ausgerichteten Grundschule. Auf einer Schule mit vielen Nationalitäten sind Sprache und Verständigung immer ein Thema. Manchmal führen die Verständigungsschwierigkeiten sogar zu wüsten gegenseitigen Beschimpfungen der Schüler. "Die Frage war: wie kann man mit jemandem umgehen - ohne ihn mit Worten zu verletzten," erläuterte Elke Evers. Aus der Ausgangsfrage entstanden viele verschiedene Ideen, die Stück für Stück mit den Kindern umgesetzt wurden. Mit einem Künstler zusammen wurden in einer AG viele Bilder gemalt, die auf dem Kulturfest im Mülheimer Kulturbunker als Ausstellung realisiert wurden. Kern aber waren das Theaterstück "Der Sprachabschneider" und der Sketch "Der Streit".
Die Beschäftigung mit dem Thema Sprache diente auch der Verbesserung der allgemeinen Sprachkompetenz der Kinder. Und das Thema Verständigung wird auch nach dem Kulturfest in der täglichen Arbeit aufgegriffen. "Ich bin begeistert darüber, was im offenen Ganztag geleistet wird, sagte Heinz Klein, Rektor der Mülheimer Grundschule, "denn Kinder brauchen viel mehr als Unterricht." Das Konzept der offenen Ganztagsschule orientiert sich an der klassischen Unterrichtsstruktur der Halbtagsschule, bietet aber nach dem Unterricht ein zusätzliches, freiwilliges Programm. An der GGS Mülheimer Freiheit ist der normale Schulalltag bereits stark mit dem nachmittäglichem Programm verzahnt. Bereits 70 Prozent der Kinder besuchen die Schule länger als einen halben Tag - Tendenz steigend. "Das ist eine Chance für das Kind.", so Heinz Klein. Die Kulturfeste sollten weiter jedes Jahr vor den Sommerferien stattfinden. Sie sind nicht nur reine Schulfeste geplant, sondern sollen die Schule für die Mülheimer Bürger öffnen.

Letzte Änderung: Freitag, 06.07.2012 12:55 Uhr

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