Urbach (kg). "In der Gemeinde Urbach-Elsdorf besteht eine Vereinigung unter dem Namen Begräbnishilfe mit dem Zweck, ihren Mitgliedern bei Sterbefällen eine Beihilfe zu sichern", lautet § 1 der im August 1923 gegründeten Sterbekasse.
"Wir sind ein kleiner Versicherungsverein zur gegenseitigen
Hilfe", erklärt der Vorsitzende Eduard Höhner. Die
Sterbekasse entstand aus den Folgen des 1. Weltkrieges, damals als
Notgemeinschaft wegen der Begräbniskosten. Wer Mitglied wird,
entrichtet einen geringen monatlichen Beitrag: "Im Todesfall
erhalten die Angehörigen nach Vorlage der Sterbeurkunde das
Sterbegeld. Sie dämpfen die Begräbniskosten ein wenig
ab", erläutert Geschäftsführer Klaus Feldhoff.
"Viele ältere Herrschaften haben das Problem",
berichtet er, "dass das Guthaben für die Beerdigung nicht
ausreicht". Angehörige müssten teilweise
Ratenzahlungen eingehen, weil sie sich die Kosten nicht leisten
können. "Die Sterbekasse ist verpflichtet, das
Vereinsvermögen mündelsicher anzulegen",
erklärt Feldhoff. Mündelsicher heißt, mit den
Beiträgen wird nicht spekulativ gehandelt, es besteht kein
Verlust auf das angelegte Kapital. Für seine Tätigkeit
erhält der 49-jährige Fahrdienstleiter der Deutschen Bahn
AG monatlich 125 Euro. Die Tätigkeit wird über einen 400
Euro-Job abgerechnet. Ansonsten arbeitet der Vorstand (sechs
Mitglieder plus Beisitzer) ehrenamtlich. Anhand eines sogenannten
versicherungsmathematischen Gutachtens wird das Sterbegeld alle
fünf Jahre von der Mitgliederversammlung neu beschlossen. Die
Bezirksregierung Köln als zuständige
Versicherungsaufsicht überprüft die Kassenführung
jedes Jahr. Die Sterbekasse wendet sich seit den 70er Jahren
ebenfalls an Grengel. Der Kassenbestand lag 1974 bei mehr als
85.000 Euro, in diesem Jahr bei mehr als 450.000 Euro. Die Zahl der
Versicherten sank in diesem Zeitraum von 2.000 auf rund 1.070 (alle
Angaben zum 1. Januar eines Jahres). Die Existenz der Sterbekasse
wird viel über Mund-zu-Mund-Propaganda weitergegeben. Neue
Mitglieder für die Vereinigung und für die Arbeit im
Vorstand werden immer gesucht. Eine Internetseite war bereits
angedacht, kann jedoch nur mit neuer "Manpower"
verwirklicht werden. Kontakt zu Klaus Feldhoff unter Telefon 02203/
291720.

