Dellbrück (ac). Märchenhaft war der Einstieg, mit dem Dirk Reetz vom Vorstand des Dellbrücker Theaterclub Klapperkasten e.V. seinen Rückblick auf 20 Jahre Vereins- und Theatergeschichte begann:
Drei Dellbrücker, die kaufmännische Angestellte
Ilse-Monika Höhn, die Hausfrau Ulrike Kakoschke und der
damalige Zivildienstleistende Hardy Zeretzke saßen vor
"langer, langer Zeit", nämlich 1992 am Tisch in
einer ehemaligen Bäckerei, dem heutigen Bürgertreff 1006,
und grübelten. "Lass uns einen Theaterverein
gründen" hieß es. Genau in diesem Moment fuhr ein
schweres Fahrzeug mit viel Lärm vorbei und auch der Name war
gefunden: Klapperkasten. In seinem Rückblick, gespickt mit
szenischen Einlagen, ließ Reetz Pannen und Highlights Revue
passieren und wagte auch Seitenhiebe auf die GEMA.
Komödienklassiker wie Carlo Goldonis "Diener zweier
Herren", Kinderbuchklassiker wie der "Räuber
Hotzenplotz" und "Der Zauberer von Oz" und
Satirisches wie der "Rotkäppchen-Report lockten 20 Jahre
lang rund 20.000 Besucher in den kleinen Zuschauerraum an der
Bergisch Gladbacher Straße. Das Ensemble verfügt
über einen harten Kern, zu dem auch Angelika Schwamborn
gehört, seit 1993 dabei und damit eines der
"dienstältesten" Mitglieder. "Die Leute
gefallen mir einfach", betont die Versicherungskauffrau,
für die das Theaterspielen ein "toller Ausgleich"
ist. Herausforderungen waren Stücke von Albert Camus und James
Saunders, aber als Mitglied des Kindertheaterensembles lernte sie
das anspruchsvollste Publikum kennen: "Kinder sind gnadenlose
Kritiker". Vom "gnadenlosen" Publikum fanden
Johannes und Kristin den Weg zur Klapperkasten-Bühne: Beide
sahen als Kinder die Produktion "Eine Woche voller
Samstage" und spielen jetzt in der 2009 gegründeten
Jugendtheatergruppe.
Für spielerischen Nachwuchs ist also gesorgt, aber Helfer
für Regie- und Pressearbeit stehen noch auf der Wunschliste
von Dirk Reetz und Ilse Monika Höhn. "Am liebsten
wäre mir jemand, der pensioniert ist und Zeit für
Regiearbeit hat, ich suche schon lange einen Nachfolger"
weiß Höhn. "Unsere Mitglieder wollen Theater spielen
- wenn es ums Organisieren geht, schrumpft die Zahl" konnte
Dirk Reetz feststellen. Ein eigener, größerer Saal mit
Requisitenraum steht noch auf der Wunschliste. Um die Finanzen des
Vereins, der sich nur aus Mitgliedsbeiträgen, Spenden und dem
Kartenverkauf finanziert, zu unterstützen, durften sich
Vorstand und Mitglieder zur Jubiläumsfeier über ein
Geburtstagsgeschenk freune: Willi Peters von der Kölner Bank
hatte als Geburtstagsgast einen Scheck über 2.100 Euro im
Gepäck.


