Würdig leben bis zuletzt

Rondorfer Hospiz St. Hedwig lud zum Tag der offenen Tür ein

Rondorf (sb). Es duftet nach Kaffee, Waffeln und Reibekuchen, und die meisten der rund 120 Besucher, Mitarbeiter und auch einige Bewohner des Hauses plauderten bei Sonnenschein im Garten. 

­Alle zwei bis drei Jahre lädt das Hospiz St. Hedwig zu einem Tag der offenen Tür ein, um ­Interessierten die Möglichkeit zu bieten, das Haus ohne Hemmschwelle kennenzulernen. "Die Wünsche und Bedürf­nisse eines jeden Gastes stehen bei uns an erster Stelle", erklärt Hospizleiter Martin Wiegandt. Er und seine­ siebzehn Mitarbeiter begleiten sterbende Menschen in den Tod. Ihr Ziel ist es, ­diesen Menschen, die sie als Gäste­ sehen, ein würdevolles, selbstbestimmtes und schmerzfreies Leben bis zuletzt zu ermöglichen. Neben der medizinisch-pflegerischen Ver­sorgung stehen die Mitarbeiter - allesamt qualifizierte und erfahrene Pflegekräfte - jederzeit für Gespräche mit den Gästen und deren Angehörige bereit. "Dafür nehmen wir uns immer Zeit. Das hat absolute Priorität", schildert Krankenschwester Christa Gustson, die seit dem Eröffnungsjahr 2005 im Hospiz St. Hedwig arbeitet. "Große Aktionen wünschen sich die Menschen nicht mehr", berichtet Wiegandt, "die meisten sind erschöpft von einer langen Krankheit, vielen Krankenhausaufenthalten und anstrengenden Behandlungen. Hier möchten sie zur Ruhe kommen." Und dabei hilft Ihnen das Team: "Wir wecken unsere Gäste nicht, sondern nehmen Rücksicht auf ihr individuelles Schlafbedürfnis. Ebenso muss niemand zu ­einer bestimmten Zeit essen", erklärt Christa Gustson. Sie und ihre Kollegen werden von rund 15 Ehrenamtlerinnen vom ambulanten Hospizdienst der Johanniter unterstützt, die durch einen intensiven Kurs auf ihre Tätigkeit vorbereitet wurden. Sie lesen vor, besorgen Bücher, ermöglichen einen Ausflug aufs Feld, machen ein Spiegelei um Mitternacht oder holen ein Eis zum Frühstück, fassen Christa Gustson und Ehrenamtlerin Lisa Wortmann zusammen.
Das Hospiz St. Hedwig ist ein Gemeinschaftsprojekt der Alexianer-Brüdergemeinschaft und der Cellitinnen zur Heiligen Elisabeth und bietet Platz für elf Bewohner. In der Regel bleiben die erkrankten Menschen, die unabhängig von Konfession, Alter oder Herkunft die Hilfe des Hospizes in Anspruch nehmen können, zwischen zwei und acht Wochen. "Wir sind eine Art Kompromiss zwischen zu Hause und dem Krankenhaus, vor allem für Menschen, die lieber zu Hause sterben würden, was auf Grund der speziellen und aufwendigen Pflege aber nicht möglich ist", schildert der Hospizleiter. Die Angehörigen sind dabei jederzeit willkommen, auch zum Übernachten. Wer möchte, kann seelsorgerische Betreuung in Anspruch nehmen. "Hier sterben die Menschen nicht nur, hier leben sie vor allem bis zum Schluss", erklärt Lisa Wortmann. Und deshalb wurden zum Tag der offenen Tür auch Musik der Rodenkirchener Gruppe "Versteck dich nicht", eine besinnliche Lesung und zum Abschluss ein ökumenischer Wortgottesdienst in der Hospiz-Kapelle angeboten. Bei ­einer Tombola konnten die Besucher zudem viele kleine und große Preise gewinnen, die von Geschäften aus Rodenkirchen und Rondorf gespendet wurden. Der Erlös war für den Kauf einer Gartenhütte im Hospiz bestimmt.
Nähere Informationen zu der Einrichtung unter www.alexianer.de oder unter Telefon 02203/ 369113100.

Letzte Änderung: Dienstag, 17.07.2012 11:48 Uhr

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