Von Montserrat Manke
Wesseling. Es ist für einen Laien nicht zu verstehen, was nun genau zu dem etwa fünf Millimeter großem Loch in der Kerosin-Pipeline der Shell an der Waldstraße geführt hat. Zu technisch sind die Begriffe, die von offizieller Seite verwendet werden.
Da ist die Rede von einer "Streustromwirkung" an der Stelle, die durch eine querende Wasserleitung verursacht worden sei. Gesamt sieben Leitungen befinden sich an der Unglücksstelle, und alle diese seien mit einem Schutzsystem versehen, dem so genannten "kathodischen Korrisionsschutz".
Die Wasserleitung verfüge darüber hinaus über einen "lokalen Korrisionsschutz". Für den Laien - und die Redaktion ist das auch - sind das "böhmische Dörfer", deshalb haben wir uns die ganze Sache von Shell-Pressesprecher Constantin Graf von Hoensbroech erklären lassen.
Hoensbroech sagte, die Leitungen stünden unter einer elektrischen Spannung, das habe den Vorteil, die Systeme zu isolieren und ein Rosten von innen heraus zu verhindern.
Im Bereich der Leitungstrasse, dort wo die Leckage aufgetreten ist, kreuzt mit etwa einem Meter Höhenunterschied eine alte Wasserleitung die Pipeline, die zum Tankfeld geht. Diese habe einen etwas umfangreicheren Schutz als die tiefer liegende Pipeline.
Und dort, wo der virtuelle Kreuzungspunkt beider Leitungen liege, hätten sich nun beide Schutzsysteme - wenn man so wolle "gegenseitig bekämpft", sagte der Werkssprecher. Warum das nun so kommen konnte, könne man nicht sagen.
Vielleicht habe sich ein kleiner Stein nach und nach in die Bitumenumantelung der Pipeline gefressen und dazu habe der kathodische Korrissionsschutz versagt. Auch müsse geklärt werden, warum die Wechselwirkung des kathodischen und des lokalen Korrisionsschutzes nicht bei der viel späteren Verlegung der Wasserleitung, die unter anderem zur werkseigenen Tennisanlage führe, bedacht worden sei.
Aber wie geht es jetzt weiter? Der Konzern mit der gelben Muschel im Logo ist zurzeit dabei, einen Brunnen mit einer Tiefe von 22 Metern zu bohren. Um diesen herum wird ein Auffangtrichter errichtet, in den das in etwa fünf bis sieben Metern Tiefe fließende Grundwasser gepumpt und gereinigt wird.
Um die Ausmaße der Verunreinigung zu lokalisieren, oder um es mit dem Volksmund ausdrücken, den Kerosinsee zu begrenzen, werden zurzeit vier Grundwassermessstellen errichtet: Eine auf der Waldstraße, eine auf dem stillgelegten Bolzplatz, der gleich gegenüber der Unglückstelle ist, und zwei weitere auf dem Radweg an der Ahrstraße, der durch das daneben liegende Gewerbegebiet führt.
Als Termin für den Beginn der Abpumparbeiten hat von Hoensbroech den 27. Juli genannt. Der Shell-Pressesprecher hat die Redaktion eingeladen, sich dann vor Ort ein Bild zu machen.
Wir werden selbstverständlich noch am selben Tag ausführlich berichten!
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