Mehr Chancen für Dellbrücker

"Inklusive Gesamtschule Dellbrück" gegründet - Schulzentrum soll Gesamtschule werden

Dellbrück (red). Vor kurzem wurde der Förderverein "Inklusive Gesamtschule Dellbrück" gegründet. Statt der nötigen 7 Gründungsmitglieder waren 16 Dellbrücker Bürger und Bürgerinnen erschienen, um den Verein zu gründen. 

Warum ein solcher Verein dringend nötig ist, war schon eine Woche vorher klar geworden, als in der Regenbogenschule (Grundschule Dellbrücker Hauptstraße) ein Runder Tisch über die Schulsituation in Dellbrück diskutierte. Eltern, Lehrer, Schulleiter von Grundschulen und dem Schulzentrum Dellbrücker Mauspfad sprachen mit Schuldezernentin Dr. Agnes Klein über Chancen und Probleme bei der Realisierung einer Gesamtschule in Dellbrück. Das sind die harten Zahlen: Seit Jahren werden Kinder aus Dellbrück und den umliegenden Stadtteilen von den beiden Gesamtschulen Holweide und Höhenhaus abgewiesen, weil es zu wenige Gesamtschulplätze gibt. Im Rechtsrheinischen fehlten dieses Jahr 248 Plätze an Gesamtschulen, in ganz Köln waren es sogar 644. Auch die Gesamtschule Paffrath, die jahrelang eine Alternative für Dellbrück bot, nimmt keine Kölner Kinder mehr auf, weil die Plätze schon für Bergisch Gladbach nicht ausreichen. Dazu kommt, dass Gesamtschulen immer beliebter werden und die Anmeldungen stetig steigen. Kinder können in der gleichen Schule alle Abschlüsse bis zum Abitur machen, haben dazu aber 13 Jahre Zeit. Es gibt kein Sitzenbleiben und kein Abschulen, die Schüler können sich individuell entwickeln. Die Gesamtschulen sind Ganztagsschulen und nehmen meist auch behinderte Kinder auf. In Dellbrück gibt es einen möglichen Standort: Das Schulzentrum Dellbrücker Mauspfad. Es ist groß genug für eine vier- bis fünfzügige Gesamtschule, ist barrierefrei und hat Ganztagseinrichtungen. Dazu kommt, dass es über die Buslinie 154 und die Straßenbahnlinien 3 und 18 verkehrsmäßig optimal angebunden ist. Für die Stadt als Schulträger ist es wichtig, wie Dr. Agnes Klein ausführte, dass die Realschule und Hauptschule, die jetzt im Schulzentrum untergebracht sind, sich mit einer Umwandlung in eine Gesamtschule anfreunden können. Nach einem Ratsbeschluss könnte die Gesamtschule mit einem neuen 5. Jahrgang schon im Schuljahr 2013/14 beginnen. Die Realschule und Hauptschule blieben mit den Klassen 6 bis 10 im Gebäude und würden langsam auslaufen, während die Gesamtschule nachwächst. Durch vielfältige Kontakte und Zusammenarbeit auf den Ebenen der Eltern, Lehrer und Schüler könnten beide Schulen profitieren und Dellbrück hätte endlich eine eigene Oberstufe - bisher müssen Kinder, die das Abitur anstreben, mindestens bis nach Mülheim fahren. Der neu gegründete Förderverein will mit allen Beteiligten, Eltern, Rat und Verwaltung sowie den beteiligten Schulen zusammenarbeiten, um die Gründung einer inklusiven Gesamtschule in Dellbrück zu ermöglichen. Als Vorsitzende wurde Patricia Nick gewählt, weitere Vorstandsmitglieder sind Indra Stengle und Ebrahim Farshy. Kontakt zum Förderverein über E Mail: nick-p@t-online.de

Letzte Änderung: Donnerstag, 19.07.2012 11:45 Uhr

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