Köln (red). Die Kriminalpolizei Offenbach sucht die Eigentümer von sichergestellten Schmuckstücken, die bei Einbrüchen unter anderem im Raum Köln erbeutet wurden. Mit einer "Online-Schmuckausstellung" wendet sich die Offenbacher Kriminalpolizei an die Bevölkerung, um die eine oder andere "Kostbarkeit" wieder dem rechtmäßigen Eigentümer zukommen zu lassen.
Die ausgestellten Schmückstücke dürften allesamt
aus Wohnungseinbrüchen stammen, die sich zwischen Oktober 2011
und Mitte Mai 2012 ereigneten. Die Tatorte waren über ganz
Deutschland verteilt, insbesondere lagen sie jedoch in Hessen,
Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein und Baden-Württemberg.
Gefunden wurden die Schmuckstücke bei der Festnahme von
Mitgliedern einer Bande, die nach Erkenntnissen der Polizei einem
großen Ring angehören sollen. Wie wir bereits
berichteten, hatten die Fahnder der Offenbacher Kripo Mitte Mai in
einer konzertierten Aktion der bundesweit operierenden
Einbrecher-Szene einen empfindlichen Schlag versetzt.
Die auf die Bekämpfung von bandenmäßig
ausgeführten Wohnungseinbrüchen spezialisierten Beamten
konnten in Zusammenarbeit mit Hamburger Kollegen im dortigen
Bereich vier als hochkarätig angesehene Tatverdächtige
festnehmen, die ihren Wohnsitz in Dietzenbach hatten. Bereits im
Oktober 2011 waren die Ermittler einer Gruppe von Männern und
Frauen im Alter zwischen 18 und 43 Jahren auf die Spur gekommen.
Dabei war aufgefallen, dass die Verdächtigen die
Tagesabläufe von Restaurantinhabern ausspionierten und dann in
deren Domizile einbrachen, während die Besitzer in ihren
Lokalen arbeiteten. Eine erste Bresche konnte die Polizei kurz
darauf in die Gruppierung schlagen: In Darmstadt gingen ihr drei
Männer ins Netz, die wohl auf frischer Tat bei einem Einbruch
geschnappt wurden. Hiervon aufgeschreckt gingen die restlichen
"Bandenmitglieder" erst einmal im benachbarten Frankreich
auf "Tauchstation" und trieben dort ihr Unwesen. Auch
hier stellte sich schnell ein Misserfolg ein: Einer der
Männer, die schon in Darmstadt "aktiv" gewesen sein
sollen, wurde von der französischen Polizei nach einem
Einbruch festgenommen. Die dortige Justiz schickte den
26-Jährigen anschließend im Schnellverfahren für ein
Jahr hinter Gitter. Den weiteren Tatverdächtigen blieb die
Kripo auf der Spur: Als sie nahe Hamburg offenbar einen neuen Coup
landen wollten, klickten die Handschellen. Einsatzkräfte der
dortigen Polizei nahmen in Wendorf zwei Männer und zwei Frauen
fest; ein 18 und 20 Jahre altes Pärchen wurde vom Haftrichter
sofort in die Untersuchungshaft geschickt, die anderen beiden
Festgenommenen kamen wieder auf freien Fuß. Nach dem
bisherigen Stand der Ermittlungen können der Gruppierung sechs
Einbrüche und Einbruchsversuche im Rhein-Main-Gebiet sowie im
Kölner Raum nachgewiesen werden. Ob die aus dem ehemaligen
Jugoslawien und Holland stammenden Verdächtigen noch für
weitere Straftaten in Betracht kommen, soll nun auch über die
Schmuckausstellung ermittelt werden. Deswegen stellt die
Kriminalpolizei zahlreiche Schmuckstücke und Uhren zur
Schau.
Die Preziosen können im Internet unter www.polizei.hessen.de eingesehen werden (Pfad: Dienststellen - Polizeipräsidium Südosthessen - Fahndung - Sachfahndung)
Für Rückfragen oder Hinweise wurde die Kripo-Hotline 069/8098-1234 eingerichtet.
