Neue Herausforderungen fordern neue Wege

Wissenschaftsrat für mehr wissenschaftlichen Background bei Therapieberufen

Brühl. Logopäden, Ergo- oder Physiotherapeuten stehen heute und in Zukunft vor vielen neuen Herausforderungen. Die Zahl der älteren und chronisch kranken Patienten nimmt aufgrund der demografischen Entwicklung in Deutschland dramatisch zu. Für Therapeuten bedeutet das, dass sie viele neue und komplexere Fähigkeiten mitbringen müssen, als dies derzeit der Fall ist. Um die betroffenen Berufsgruppen auf ihre neuen Aufgaben optimal vorzubereiten, empfiehlt der Wissenschaftsrat den Ausbau entsprechender Studienmöglichkeiten für junge Leute mit Interesse an Pflege oder Therapie.
"Um die Qualität der Gesundheitsversorgung zu sichern, wird es immer wichtiger, dass auch Angehörige der Gesundheitsfachberufe vermehrt eigenständig und evidenzbasiert handeln und ihre professionelle Tätigkeit auf der Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnis reflektieren können. Deshalb halten wir es für erforderlich, diejenigen Angehörigen der Gesundheitsfachberufe, die komplexe Aufgaben wahrnehmen, an Hochschulen auszubilden", erläutert der Vorsitzende des Wissenschaftsrates, Professor Wolfgang Marquardt.
Zurzeit gibt es im Therapiebereich noch zu wenige Fachkräfte, die fähig sind, evidenzbasiert zu handeln, also ihre Methoden selbstständig und kontinuierlich zu hinterfragen und zu begründen. "Es ist zum Beispiel wichtig, dass ein Logopäde eine bestimmte Therapie nicht nur einfach anwenden kann, sondern dass er auch weiß, warum das hilft und warum das gerade zu einem bestimmten Zeitpunkt wichtig ist", betont Prof. Dr. Julia Siegmüller, Dekanin des Fachbereichs Angewandte Gesundheitswissenschaften an der Europäischen Fachhochschule (EUFH).
Die Europäische Fachhochschule kommt der Empfehlung des Wissenschaftsrats bereits jetzt nach und bietet ausbildungsintegrierende und berufsbegleitende Studiengänge in Logopädie, Ergo- und Physiotherapie auf Bachelor- und Masterniveau an. Derzeit studieren bereits rund 120 angehende Führungskräfte in Therapieberufen an der EUFH in Rostock. Ab Herbst wird das berufsbegleitende Studium, zunächst in Logopädie, auch in Brühl möglich sein.

Letzte Änderung: Dienstag, 24.07.2012 14:54 Uhr

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