Ostheim (sf). "Ich habe ein halbes Jahr Ersatzmittel mit einer ähnlichen Wirkung genommen, um davon loszukommen": Sehr offen berichtete die Studentin Theresa im Gemeindezentrum der Freien Evangelischen Gemeinde Ostheim über ihre Abhängigkeit von der Droge Cannabis.
Der Verein "Nein zu Drogen, suchtfrei leben" hatte im
Gemeindesaal zu einer Informationsveranstaltung geladen und
betroffene Personen als Gesprächspartner gewinnen können.
Sehr aufmerksam hörten die Besucher Theresa zu. Diese
erzählte ausführlich von der Zeit, als sie durch das
Rauchen von Cannabis psychische Störungen erlitt und ein
halbes Jahr Ersatzmittel mit ähnlicher Wirkung genommen hatte,
um von der Droge loszukommen. Eine Therapie in der
Lebensgemeinschaft "Fazenda Esperanza", einer freien
Einrichtung mit spirituell religiösem Hintergrund, hatte
Theresa geholfen, sich von der Sucht zu befreien: "Das war ein
Teil meiner Geschichte. Der ist zum Glück abgeschlossen",
erklärt sie heute mit Überzeugung sehr selbstbewusst.
Der im Januar in Ostheim gegründete Verein "Nein zu
Drogen, suchtfrei leben" betreibt im gesamten Kölner
Stadtgebiet Aufklärungsarbeit und veranstaltet
regelmäßig Thementage unter dem Motto "Hände
weg von starken Sucht- und Rauschmitteln", um insbesondere
junge Leute zu warnen. "Allein in Ostheim sind fünf bis
sechs Prozent der Jugendlichen drogenabhängig",
erklärt Michael Groppe, 1. Vorsitzender des Vereins. Als eines
Tages auf einem Schulgelände eine Spritze gefunden wurde, ein
Schüler diese entdeckte und sich daraufhin mit Hepatitis C
infizierte, war Michael Groppe klar, dass etwas geschehen muss:
"Daraufhin haben wir gesagt, es muss ein Verein her".
Primäres Ziel des Vereins ist es, Aufklärungsarbeit zu
leisten, und das in einem breiten Spektrum: Von Alkohol über
Cannabis bis hin zur Spielsucht reicht das Themenspektrum der
Aufklärungsarbeit des Vereins. Sowohl links-, als auch
rechtsrheinisch finden in regelmäßigen Abständen
Informationsveranstaltungen statt.


