Gremberg (sf). Mucksmäuschenstill ist es in der Aula der Grundschule Lohmarer Straße, als Dorothee Reel den Kindern aus dem Buch "Das gefräßige Buchmonster" vorliest.
Viele "Aaaahs" und "Oooohs" sind zu hören, als die Vorleserin von dem Monster erzählt, das alle Kinder- und Schulbücher gefressen hatte und als sie von den Schülern berichtet, die daraufhin keine Hausaufgaben mehr machen konnten. Als Fatih Cevikkollu wenig später die gleiche Passage aus dem Kinderbuch vorliest, hören wieder alle in der Aula anwesenden Grundschüler gebannt zu, doch der Schauspieler und Kabarettist liest nicht aus der deutschen Übersetzung des Kinderbuches von Aytül Akal, sondern aus dem Original - auf Türkisch. Organisiert wurde die zweisprachige Lesung von "Lesewelten", der Vorlese-Initiative der Kölner Freiwilligen Agentur. Seit mittlerweile acht Jahren bietet die Agentur Vorlesestunden für Zwei- bis Zehnjährige an und ist in verschiedenen Schulen, Kindertagesstätten, Bibliotheken und Museen zu Gast. Rund 150 ehrenamtlich engagierte Vorleser unterstützen die Initiative, Dorothee Reel ist eine von ihnen: "Ich habe Freude am Lesen und Spaß am Theater. Hier kann ich beides miteinander verbinden", erklärt Reel. Seit knapp zwei Jahren arbeitet die Grundschule Lohmarer Straße mit der Initiative "Lesewelten" zusammen, alle zwei Wochen wird in der Schule den Kindern des Offenen Ganztagesbetriebes vorgelesen. Mit dem Ziel, die Mehrsprachigkeit der Kinder zu fördern, werden zweisprachige Lesungen immer stärker in den Mittelpunkt gerückt. Vorwiegend wird dabei auf Türkisch und auf Deutsch gelesen, denn rund 50 Prozent der Kinder an der Grundschule Lohmarer Straße sind türkisch stämmig. Aber auch andere Sprachen lernen die Kinder bei den Vorlesungen kennen, so hatte beispielsweise eine Mutter eine Lesung auf Deutsch und Französisch angeboten. Das Ziel von "Lesewelten" besteht darin, die Leselust der Kinder zu wecken und so die Sprach- und Lesekompetenz der Kinder zu entwickeln und zu fördern. Verschiedene Studien haben in den vergangenen Jahren belegt, dass Kinder immer seltener zu Büchern greifen.



