Orte des Erinnerns

Kölns fünfte Bestattungsgärten wurden feierlich eröffnet

Ehrenfeld (hub). Im Rahmen einer feierlichen Eröffnung stellte die Genossenschaft Kölner Friedhofsgärtner eG der Öffentlichkeit die Bestattungsgärten im Westfriedhof vor. Hierbei befindet sich in der Mitte der quadratischen Fläche ein Zentrum, zu dem aus allen Windrichtungen Wege führen. 

Daran angegliedert sind die unterschiedlichen Gärten, wie der "Ruhehain", der "Rosengarten" oder der "Garten der Lichter". Bürgermeisterin Elfi Scho-Antwerpes bemerkte in ihrem Grußwort, dass auch auf dem Westfriedhof bereits viele Besucher auf den Bänken saßen und sich unterhielten. Damit seien ihre guten Eindrücke von den Bestattungsgärten in Chorweiler und auf Melaten auch auf dem Westfriedhof bestätigt. Jede Grabstätte erzähle von einer Lebensgeschichte, und der Tod habe heute eine andere Bedeutung als noch vor einigen Jahren. Deshalb werde mit diesem Thema nun auch anders umgegangen, und daraus resultierten die Veränderungen auf den Friedhöfen, erklärte Elfi Scho-Antwerpes. Die Stadt Köln hatte eine Kooperation mit den Friedhofsgewerken geschlossen, um den neuen Maßstäben an die Grabstätten und ihrer pflegerischen Unterhaltung gerecht zu werden. Und nach den guten Erfahrungen sei es laut Scho-Antwerpes nur konsequent, auch im Westfriedhof Bestattungsgärten anzulegen. Josef F. Terfrüchte von der Genossenschaft wies darauf hin, dass es hierbei kaum Reihengräber gebe, sondern eher geschwungene Formen. Sie seien ein Resultat der soziologischen Veränderungen - wie dem höheren Lebensalter, fehlender Zeit für die Grabpflege oder fehlender Finanzmittel am Lebensende. In Köln könne sich jeder nach seinen Wünschen beerdigen lassen. Niemand brauche sich aus Geldmangel in einem Massengrab beerdigen oder gegen seinen eigentlichen Wunsch einäschern zu lassen, so Terfrüchte. Für Pfarrer Klaus Kugler von der Katholischen Gemeinde "Zu den Heiligen Rochus, Dreikönigen und Bartholomäus", der die Grabfelder segnete, ist die Trauer, "ein Stück Kultur des Erinnerns", und die Bestattungsgärten stellten einen Ort des Erinnerns dar. Torsten Sommerfeld von der Evangelischen Gemeinde Bickendorf betonte zudem, dass "Friedhöfe Orte der Versöhnung sein wollen." Dabei sei der Weg der Trauer schwer zu gehen, "denn wir fürchten uns vor der Stille. Die Gärten machen uns ein Angebot." Die Musiker Stefan Kamp (Orgel) und Dieter Krick (Trompete) begleiteten die Eröffnung mit den passenden musikalischen Klängen. Nähere Informationen zu den Bestattunsgärten gibt es bei den Mitgliedsbetrieben der Genossenschaft oder unter www. bestattungsgaerten.info

Letzte Änderung: Mittwoch, 25.07.2012 10:41 Uhr

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