Lindenthal (af). Die Sanierung der Brücke am Aachener Weiher wird immer mehr zur "unendlichen Geschichte". Nachdem die beauftragte Firma eine halbfertige und schadhafte Brücke vor dem Ostasiatischen Museum hinterlassen hat, kündigte die Stadt den Vertrag mit den Brückenbauern.
"Die Leistung muss neu ausgeschrieben werden", teilte die Verwaltung mit. Wann für Jogger, Spaziergänger und Fahrradfahrer eine neue Brücke bereitsteht, ist noch völlig offen. Denn allein das Ausschreibungs- und Vergabeverfahren zieht sich erfahrungsgemäß über Monate hin. Die Brückenarbeiten sollten eigentlich im April 2011 abgeschlossen werden. Denn bereits im September 2010 wurden die Aufträge für die Erneuerung der Brücke erteilt, die 1977 nach den Plänen des japanischen Architekten Kunio Mayekawa errichtet wurde. Doch wegen des seinerzeit strengen Winters konnten die Sanierungsarbeiten an den Stahlbetonteilen der Brückenpfeiler erst im März 2011 durchgeführt werden. Die Holzbaufirma, die nach der Sanierung der Pfeiler ihre Arbeit hätte aufnehmen sollen, führte dann "immer neue Hinderungsgründe" an und erledigte den Auftrag erst im Juli. Bald zeigten die neuen Holzplanken aber schon "erhebliche Verformungen", die auf "minderwertige Holzqualität" hindeuteten. Daraufhin verhängte das Amt für Brücken und Stadtbahnbau einen sofortigen Baustopp. Ein Gutachter bestätigte den Verdacht, dass das verwendete Holz nicht der vertraglich vereinbarten Qualität entsprach. Ein Sanierungskonzept der Baufirma lehnte die Stadt dann "aus technischen Gründen" ab. Da die Firma der Aufforderung, die Hölzer auszutauschen, nicht nachgekommen war, kündigte die Stadt schließlich den Vertrag. Bis eine neue Brücke gebaut wird, müssen die Bürger mit der provisorische Brücke vorlieb nehmen, die die Stadt 760 Euro Miete pro Monat kostet.


