Mülheim (ac). "Hier haben früher Leute hingepinkelt und Ausdrücke an die Wand geschrieben", erinnert sich die 14-järhige Kim-Sarah. Der unansehnliche Durchgang am Haus Keupstraße 108 lud auch dazu ein, illegal Müll abzuladen, aber seit kurzem schmückt ein buntes Wandbild den Gang.
Zusammen mit der Künstlerin Britta Reinhardt, die in Marokko traditionelle Stucktechniken erlernte, arbeiteten die Schüler der André-Thomkins-Schule auch Kacheln mit orientalischen Ornamenten ein. Der Durchgang, den auch viele Schüler der André-Thomkins-Schule auf ihrem Schulweg passieren, bekam so ein freundlicheres Gesicht.
"Dritte im Bunde" bei der Neugestaltung des Durchgangs waren Jugendliche des Moscheevereins der Ömer ul Faruk-Moschee auf der Mündelstraße. Gleichzeitig verschönerte die Künstlerin Nina Marxen in einem offenen Projekt, bei dem alle Kinder des Viertels mitmachen konnten, eine Trennmauer zu einem der angrenzenden Gebäude.
"Anfangs wurde auch das unfertige Bild beschmiert, seit es
fertig ist, hat das aufgehört", erinnert sich Maria
Thissen, Sozialarbeiterin der GAG, die eines der angrenzenden
Häuser verwaltet. Jetzt bleibt die Hoffnung, dass die
schönere Umgebung Menschen vom Vandalismus abhält.
Gefördert wurde die Verschönerungsaktion durch das
NRW-Projekt "Kulturrucksack" für innovative
Kunstformen in in der Stadt. "Die Kombination
europäischer und orientalischer Elemente in Britta Reinhardts
Reliefs war für uns ein Kriterium, sie für das Projekt
auszuwählen", erläutert Heinz-Jürgen Wojke,
Bezirksjugendpfleger von Mülheim. Die Verschönerungaktion
kam zog Kreise: "Die Geschäftsleute waren
begeistert", berichtet Reinhardt, und Maria Thissen berichtet
wie der Inhaber eines benachbarten Grills den Jugendlichen
regelmäßig Getränke und Gebäck brachte.


