Kohlebahn fährt weiter

Die Bezirksvertreter lehnten einen Bürgerantrag einstimmig ab

Lindenthal (af). Auch in Zukunft werden Güterzüge auf der Strecke von Frechen nach Niehl fahren, das haben die Fraktionen der Bezirksvertretung Lindenthal einstimmig beschlossen. Mit ihrem Votum­ lehnten die Politiker einen Bürgerantrag auf Stilllegung der so genannten "Benzelrather Kohlebahn" ab. 

Die Bahnstrecke beginnt in Frechen-Benzelrath, durchquert den Lindenthaler Stadtwald, schneidet in Braunsfeld die Friedrich-Schmidt- und die Aachener Straße und windetet sich dann durch Bickendorf und Ehrenfeld bis hin zum Güterbahnhof in Niehl. Züge fahren nur noch selten über das Gleisbett, trotzdem empfinden zahlreiche Anlieger die Gleise und die Züge als störend. Deshalb hatten sie einen Antrag gestellt, die Strecke stillzulegen.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde auf der Bahnstrecke Kohle und Koks für das Gewerbe von Frechen nach Niehl transportiert. Heute würden die Gleise nur noch vereinzelt für den Güterverkehr genutzt, so die Antragsteller. Dafür durchtrenne die Linie landwirtschaftliche Flächen, Stadtparks und ganze Wohnviertel. Die Bahnstrecke gehöre für das Gewerbe der Vergangenheit an, da der Niehler Hafen über die Bundesbahnstrecke beliefert werde, so die Antragsteller. Dieser Einschätzung widersprach die städtische Verwaltung: "Insbesondere für das an die Bahnstrecke angeschlossene Gewerbe ist die Strecke nach wie vor von großer wirtschaftlicher Bedeutung."
Wesentlicher Nutzer der Strecke ist die Häfen- und Güterverkehr Köln AG. Im Jahr 2011 wurden rund 4,5 Millionen Tonnen Kohle und Kohlestaub sowie 400.000 Tonnen Quarzsand auf der Strecke transportiert. Zudem steht die Strecke als "Köln-Frechen-Benzelrather Eisenbahn" seit 2008 unter Denkmalschutz. Mit ihrem Votum schlossen sich die Bezirksvertreter der Meinung der Verwaltung an.

Letzte Änderung: Donnerstag, 02.08.2012 09:57 Uhr

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