Innenstadt (ha). Mit einem Appell an die Menschlichkeit wurde die Aufrechterhaltung des Gedenkens an die Opfer der nationalsozialistischen Terrorherrschaft gestärkt.
Der Aufruf zur Spendenverdoppelungsaktion "Köln x 2 -
dem EL-DE-Haus einfach doppelt helfen" sorgte während der
dreimonatigen Sammlung für ein Ergebnis von 124.000 Euro. In
einer Kooperation des NS-Dokumentationszentrums und des
EL-DE-Haus-Fördervereins mit der Kölner Bethe-Stiftung
wurden die jeweiligen Zuwendungen aus Spenden sowie Einnahmen aus
Benefizveranstaltungen verdoppelt. 75.000 Euro stellte dabei die
Bethe-Stiftung zur Verfügung.
Das Projekt stand unter der Schirmherrschaft eines Komitees, dem
neben Oberbürgermeister Jürgen Roters die Intendantin des
Schauspielhauses, Karin Beier, Musikerlegende Rolly Brings und
Journalist Günter Wallraff angehörten.
Wesentlich zum Gelingen der Spendenaktion trugen auch die
Schüler des Sülzer Schiller-Gymnasiums bei: Während
eines eigens für die Gedenkstätte organisierten
Spendenlaufs sammelten die Kinder und Jugendlichen 7.500 Euro -
eine Summe, die schließlich auf 15.000 Euro verdoppelt wurde.
"Es handelt sich um die größte Spende während
der gesamten Aktion überhaupt. Die Schüler wollten damit
die gute Arbeit des NS-DOK im EL-DE-Haus und der Info- und
Bildungsstelle gegen Rechtsextremismus in ihrer Schule
würdigen. Ein schöneres Kompliment ist fürwahr nicht
zu denken", sagte der Direktor des NS-Dokumentationszentrums,
Werner Jung.
Die Gelder sollen vor allem in ein neues Pädagogisches Zentrum
fließen, das im Zuge der Umbaumaßnahmen des
NS-Dokumentationszentrums auf einer Fläche von 955
Quadratmetern ab August entsteht. Zudem wird die Bibliothek des
Hauses um 40 Prozent vergrößert. Darüber hinaus soll
in den Gewölben eine Spielstätte für Theater, Musik
und Literaturveranstaltungen errichtet werden. Der Einbau eines
behindertengerechten Aufzugs sowie eine Neugestaltung des
Vorplatzes ergänzen die Bemühungen um eine verbesserte
Wahrnehmung der Einrichtung im Stadtbild. Die Baumaßnahmen
beeinflussen die Öffnungszeiten der Stätte nicht.
Seit 1988 bildet das NS-Dokumentationszentrum in der ehemaligen
Kölner Gestapo-Zentrale des EL-DE-Hauses einen Gedenkort
für die Opfer des Nationalsozialismus. Als Erinnerungs- und
Bildungseinrichtung vereint die Besuchsstätte
Generationen.


