Köln (ac). 2.500 Unterschriften und ein Modell hatten Ute Fingaß, Parvin Pourfarrokhi und Homa Moradi von "Frauen helfen Frauen e.V.", dem Trägerverein der zwei Autonomen Frauenhäuser in Köln im Gepäck, als sie Sozialdezernentin Henriette Reker aufsuchten.
"Wir machen damit deutlich, dass sich viele Menschen in Köln für ein drittes Frauenhaus einsetzen," betonte Fingaß. "Täglich müssen wir drei bis fünf Absagen erteilen." Frauen, für die in den Kölner Frauenhäusern kein Platz sei, so Pourfarrokhi: könne man nur die Telefonnummern von Frauenhäusern in anderen Städten weitergeben. Die beiden bestehenden Frauenhäuser bieten längst noch nicht, was sich die drei Mitarbeiterinnen wünschen: Sie sind nicht barrierefrei, können also nur schwer Frauen mit Behinderungen aufnehmen, auch für Jungen über 12 Jahre ist kein Platz. Die Häuser seien oft so beengt, dass es nicht möglich sei, Halbwüchsige in der Pubertät aufzunehmen. Großer Wunsch der Mitarbeiterinnen von "Frauen helfen Frauen" ist es deshalb, das dritte Frauenhaus mit einzelnen Apartments auszustatten, wohin sich auch Familien mit älteren Kindern zurückziehen können. Normalerweise leben Frauen mit ihren Kindern in einem Zimmer. Für das dritte Kölner Frauenhaus hat die Landesregierung 2011 eine Teilförderung zugesagt, wie üblich muss die Stadt den Rest übernehmen. Reker konnte den Frauen allerdings wenig Hoffnung machen: Dass Köln mit zwei Frauenhäusern wenig Ausstattung hat sei, so Reker, unbestritten. "Bei anderer Haushaltslage würde ich das unterstützen." Allerdings sei sie froh, dass es im vergangenen Jahr gelang, die Finanzierung für zwei Frauenhäuser zu sichern." Die beiden autonomen Kölner Frauenhäuser bieten Schutz und Unterkunft für Frauen und deren Kinder, die von körperlicher, seelischer und sexualisierter Gewalt betroffen oder bedroht sind. 1. Autonomes Frauenhaus, Telefon 0221 / 5155-02, 2. Autonomes Frauenhaus, Telefon 0221 / 5155-54 Frauenhäuser unterhalten darüber hinaus die katholische Caritas im Erzbistum Köln und die Diakonie Michaelshoven.


