Köln (pm). Seit etwa 66 Jahren beförderte die Benzelrather Kohlebahn "Klütten" zum Heizen und Koks für den gewerblichen Bedarf von Frechen durch den Stadtwald in Lindenthal und Braunsfeld, durch die Wohn- und Gewerbegebiete Braunsfeld, Ehrenfeld, Bickendorf, Ossendorf, Mauenheim und Riehl nach Niehl zum heutigen Containerhafen.
Für die Anwohner bedeutet dies jedoch eine große Belastung durch Lärm und Verkehrsbehinderungen. Nach Meinung des Diplom-Ingenieurs Walter Thielenhaus ist die Benzelrather Bahnstrecke "verkehrstechnisch und für das Gewerbe Vergangenheit, denn der Niehler Hafen könnte über die bestehende Bundesbahnstrecke seit Jahrzehnten erreicht und bedient werden." Sein Anliegen hat er in Form einer Petition beim Ausschuss für Anregungen und Beschwerden des Rates der Stadt Köln eingereicht. Zunächst war über den Antrag in der Bezirksvertretung 5 (Nippes) beraten worden, wo er mit der Begründung abgelehnt wurde, dass die Einstellung des Bahnbetriebes auch aus denkmalschutztechnischen Gründen nicht möglich sei. Man behielt sich jedoch vor, vom Betreiber lärmmindernde Maßnahmen zu fordern. Im Rahmen der 22. Sitzung des Ausschusses für Anregungen und Beschwerden hatte Thielhaus Gelegenheit, sein Anliegen persönlich vorzubringen. Anwesend waren auch Hans Klein (Bereichsleiter Netz) und Dr. Jan Zeese (Pressesprecher) als Vertreter der Betreiberin, der "Häfen und Güterverkehr AG" (HGK). Im Vordergrund der Anhörung stand die Frage nach dem realen Umfang der Lärmbelästigung. Hans Klein erklärte, dass es sich lediglich um eine Zugdurchfahrt pro Nacht handele und der Eisenbahnring rund um Köln tagsüber völlig überlastet, eine zeitliche Verschiebung also nicht möglich sei. Nach kurzer Beratung wurde der Antrag des Petenten auch im Beschwerdeausschuss abgelehnt. So leicht will Walter Thielenhaus allerdings nicht aufgeben. In einem Brief an Oberbürgermeister Roters will er sein Anliegen nochmals formulieren.


