Ehrenfeld verbunden

Bauunternehmer Hans Langemann stiftet für evangelische Gemeinde

Ehrenfeld (pm). Warum man von einem "Geldsegen" spricht, wurde Pfarrer Siegfried Kuttner wohl schlagartig klar, als ihm telefonisch eine Stiftung in Aussicht gestellt wurde. Der 94-jährige, in Ehrenfeld geborene und aufgewachsene, ehemalige Bauunternehmer Hans Langemann beabsichtigte, einen Teil der Erträge seines Immobilienbesitzes nach seinem Tod der Evangelischen Kirchengemeinde Ehrenfeld für diakonische Aufgaben zur Verfügung zu stellen. 

Hierzu zählen unter anderem die Jugendhilfe, die Altenhilfe sowie die Arbeit der Gemeindeschwestern. Die Mieterträge der Immobilien - darunter ein Gewerbekomplex an der Osterather Straße - werden anfangs geschätzte 180.000 Euro, später bis zu 200.000 Euro pro Jahr betragen. Der Stiftungsbeirat wird aus dem jeweiligen Pfarrer der Friedenskirche, einem Presbyter und "Resi" Langemann sowie Sohn Detlef Langemann bestehen. In dessen Händen soll auch die Verwaltung liegen. Hans Langemanns Elternhaus stand in der Liebigstraße, geprägt wurde er von der Jugendarbeit im Gemeindezentrum am Fröbelplatz. Als Bauunternehmer hat er nicht nur in Ehrenfeld, zum Beispiel mit dem Bau der Subbelrather Kinderarche, Spuren hinterlassen. Unter seiner Verantwortung entstanden auch so bedeutende Gebäude wie das Maternushaus, die Niederlassung der Hamburg-Mannheimer am Ring oder das Gebäude der Handwerkskammer am Heumarkt. Für seine Verdienste wurde er mit dem Bundesverdienstkreuz mit Stern sowie dem Ehrenring des deutschen Handwerks ausgezeichnet. Hans Langemanns Berufsstart stand dabei unter keinem guten Stern. Er arbeitete sich nach schwierigen Startbedingungen empor: Denn sein Studium an der Kölner Bauingenieur- Schule musste er 1937 wegen des Arbeitsdienstes abbrechen. Er geriet in Kriegsgefangenschaft und kehrte erst im Herbst 1945 nach Köln zurück. Ein Arbeitsangebot der Firma Bauwens lehnte er ab und trat stattdessen in die Firma seines Vaters ein. Per Abendschule machte er seinen Meister und aus dem Familienbetrieb innerhalb weniger Jahre ein überregional bedeutendes Bauunternehmen. Seine beiden Söhne, Dieter und Detlef, hatten den Ehrgeiz und die Zielstrebigkeit offenbar geerbt. Sie waren überaus erfolgreiche Eishockeyspieler bei den Kölner Haien. Detlef gehörte sogar der Nationalmannschaft an. Sein jetziges Engagement begründete Hans Langemann so: "Ich habe im Leben viel Glück gehabt, bin ohne gesundheitliche Schäden aus dem Krieg und der Gefangenschaft zurückgekehrt, konnte als Unternehmer aktiv und erfolgreich sein und auch im Ehrenamt viel erreichen. Ich möchte etwas zurückgeben." Und für Pfarrer Siegfried Kuttner und die Evangelische Kirchengemeinde Ehrenfeld ist das im wahrsten Sinne des Wortes ein Segen.

Letzte Änderung: Freitag, 17.08.2012 09:34 Uhr

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