Innenstadt (ha). Auf Initiative des Kölner Regisseurs, und Schauspielers Gerd Buurmann setzen sich Persönlichkeiten aus Kunst, Kultur und Politik für ein Gedenken an die verstorbene Prinzipalin des "Piccolo Theaters" ein.
Buurmann und seine Mitstreiter werben für eine Platzbenennung in unmittelbarer Nähe eines der ersten feministischen Theaterhäuser Deutschlands. "Dort, wo sich Zülpicher Straße, Dasselstraße, Kyffhäuser Straße, Moselstraße und Meister-Gerhard-Straße treffen, wäre ein 'Ingund-Mewes-Platz' perfekt", so der Idee-Anreger. "Bisher ist dieser Ort namenslos, obwohl er doch eine äußerst lebhafte Stätte darstellt, die so vielen Menschen als Anlaufpunkt dient", sagt Buurmann, der die 2005 verstorbene Künstlerin als Ausnahmeerscheinung und Vorbild für die nachfolgende Theatergenerationen sieht. "Sie war aus der Kölner Theaterszene einfach nicht wegzudenken, und ich glaube, es ist wichtig, an diese einzigartige Künstlerin zu erinnern", hebt Buurmann den Stellenwert Mewes hervor. Die Kölner Stadtverwaltung reagiert bisher abweisend, da es sich bei der vorgeschlagenen Fläche um einen Kreuzungsbereich handele, der durch anliegende Straßen bereits bezeichnet sei. Dennoch werde man den Namensvorschlag in eine Liste aufnehmen, so die Verlautbarung aus der Stadtverwaltung. "Diese Begründung ist für mich nicht schlüssig. Demnach dürfte es auch keinen Zülpicher Platz oder Eifelplatz geben", meint Gerd Buurmann, der die Reaktion jedoch nicht ausschließlich negativ bewertet. "Immerhin wurde der Name nun in eine Liste übernommen. Es wäre zwar schön, diesen Platz in unmittelbarer Nähe zum ehemaligen Theater einzurichten, doch wir sind offen für andere Vorschläge." Ingund Mewes wurde am 5. Mai 1934 in Hannover geboren und starb am 18. Februar in Köln. Die Schauspielerin, Regisseurin, Autorin und Theaterleiterin erhielt für ihre Inszenierungen "Die Töchter der Hexen" und "Nur Kinder, Küche, Kirche" den "Publikumspreis der SK-Stiftung Kultur". Zudem wurde die Künstlerin 2001 mit dem "Dr. Inge von Bönninghausen-Preis" geehrt, der Mewes für ihre besonderen Verdienste um die Sichtbarmachung von Frauenleistungen auszeichnete.



