Ein Schlüsselloch zum Himmel

Volkssternwarte Köln erhält ein neues Teleskop

Sülz (as). Für Hermann-Michael Hahn, 1. Vorsitzender der Freunde der Volkssternwarte Köln, war es ein ganz besonderer Moment, als sich die Montierung für des neuen Teleskops langsam durch die 1,80 Meter große Öffnung des Kuppeldachs senkte. 

Per Anweisungen über ein Walkie- Takie wurde erst die alte Halterung entfernt und dann die neue rund 500 Kilogramm schwere Montierung punktgenau platziert. Bereits am Tag zuvor hatten die Sternenfreunde das neue, noch größere Fernrohr in die Kuppel der Sternwarte gebracht. Rund 100.000 Euro hat das ausschließlich aus privaten Spenden finanzierte Teleskop gekostet. Mit einer Gesamtlänge von drei Metern, einem Spiegeldurchmesser von 60 Zentimetern und einer Brennweite von 5,40 Metern ist das circa 600 Kilogramm schwere Fernrohr das derzeit größte öffentlich zugängliche Teleskop in Nordrhein-Westfalen.

Auf das neue Teleskop in der Sternenwarte (Nikolausstraße 55) sind die Verantwortlichen stolz, alle Besucher können sich auf ein völlig neues Seherlebnis freuen: "Es kann zehnmal mehr Licht speichern und damit 100 mal mehr Sterne und Himmelsobjekte zeigen als das vorherige 45 Jahre alte Fernrohr. Früher konnte man etwas erahnen, jetzt kann auch ein Laie etwas erkennen", erklärt Vereinsmitglied und Teleskopbauer Matthias Wirth. Rund 600 Arbeitsstunden hat er in den Bau des Rohres investiert. Bei den rund 200 Einzelteilen, aus denen der Korpus des Fernrohres besteht, verarbeitete Wirth hauptsächlich hart eloxiertes Aluminium, Teflon und Karbon. "Es ist absolut rostfrei und sollte ein paar Generationen überleben." Die Optik, mit das teuerste Einzelteil für das neue Gerät, stammt von einer renommierten russischen Firma aus St. Petersburg. Besonders stolz sind die Sternengucker darauf, dass das neue Gerät per iPad, iPhone oder mit dem PC gesteuert werden kann. "Das alte musste man noch manuell ausrichten, jetzt können wir bis zu 100.000 Himmelsobjekte einspeichern, so dass man auch am Tage Sterne sehen kann", so Wirth, der bereits an seinem nächsten Fernrohr, einem "Riesenfernglas" für einen chinesischen Millionär baut. Dass die Montage des "neuen Schlüssellochs zum Himmel" noch pünktlich zum 50 jährigen Bestehen der Kölner Volkssternwarte und zum 90. Gründungstag des Vereins reibungslos über die Bühne ging, freut den Vorsitzenden sehr. Hatte es doch am Vormittag noch heftig geregnet. "Dann hätten wir das Kuppeldach gar nicht aufmachen können." Bevor allerdings die Besucher in den Genuss des neuen Teleskops kommen, müssen sich noch die "Sternenführer", also die Mitglieder, die die Führungen leiten, mit der Elektronik des Gerätes vertraut machen. Dann können sich alle Kölner "Sternengucker" auf viele galaktisch schöne Momente beim "Spinksen" durch das neue "Schlüsselloch" freuen.

Letzte Änderung: Dienstag, 02.10.2012 11:37 Uhr

Blaulicht - Der Kölner-Polizeireport

Hier finden Sie die aktuellen Polizei- und Feuerwehrmeldungen aus Köln... »

Alle Titel im Großraum Köln/Bonn

Lernen Sie die weiteren Anzeigenblätter im Großraum Köln/Bonn kennen. »