Umbau wird ein Jahr lang zur Geduldsprobe

Die Neugestaltung der Frankfurter Straße hat begonnen

Mülheim (ac). In den achtzi­ger Jahren gab es erste Pläne zur Umgestaltung der Frank­furter Straße. Dank Mitteln des Förderprogramms 2020 konnten die Arbeiten jetzt be­ginnen. Anwohnern und Auto­fahrern steht ein Jahr mit Ein­bahnstraße und Umleitungen bevor. "Die Frankfurter Straße ist das städtebauliche Kernpro­jekt von Mülheim 2020", be­tonte Klaus Harzendorf, Lei­ter des Amtes für Straßen und Verkehrstechnik, beim sym­bolischen ersten Spatenstich. Bisher, so Harzendorf, sei al­les nach Plan verlaufen. 

Auch Bezirksbürgermeister Norbert Fuchs gab sich optimistisch: "In der Stadtentwicklung der kommenden 20 Jahre wird in Mülheim am meisten passie­ren", war er sich sicher. Das anfängliche Verkehrs­chaos durch Umleitungen und Einbahnstraßenregelungen hielt sich, so Fuchs, in Gren­zen: "Bei mir kommen keine Beschwerden an". Auch Har­zendorf gab sich überzeugt, dass sich alles in einigen Wo­chen einpendeln wird. Das Abtragen von Bürger­steig und Fahrbahndecke hat begonnen, nach ihrer Erneu­erung wird der Raum anders aufgeteilt sein: Statt 12 wird die Fahrbahn nur noch 8,50 Meter breit sein. Enthalten ist ein Schutzstreifen für Rad­ler mit 1,25 Meter Breite pro Seite. Allerdings dürfen gro­ße Fahrzeuge wie Busse oder LKW diesen Schutzstreifen überfahren. Die Gehwege wer­den mit einer Multifunktions­zone für Außengastronomie, Pflanzungen und Ladezonen zusammengefasst. Unter dem Titel "Blutige Aus­sichten" kritisierte die Initiati­ve "Planung von unten" heftig die Schutzstreifenlösung für Radler als zu eng und riskant, weil PKW beim Ausparken den Schutzstreifen queren. Die vorherige gemeinsame Nut­zung der (breiteren) Fahrbahn durch Autos und Radler sei die sicherere gewesen.

Auf der Bonner Straße, so Harzendorf, würde der Schutzstreifen funk­tionieren. Außerdem sei er da­zu gedacht, dass breitere Fahr­zeuge ihn mitnutzen. Das ein­zige Problem sah Harzendorf beim befürchteten Zuparken der Radstreifen. Franz-Josef Höing, Baude­zernent, erhofft sich, dass der Umbau der Straße ein klares Profil gibt und ihrer Bedeu­tung als Einzelhandelsstandort stärker gerecht wird. Die Spannung zwischen der Straßennutzung als Verkehrs­achse und Bundesstraße sowie Einzelhandelsstandort wird bleiben: Es wird weiter Tempo 50 gefahren, auch Harzendorf sah keine Alternative zur Ver­kehrsführung über die Frank­furter Straße. Mit dem Förderprogramm Mülheim 2020 ist die Straße auch durch ein weiteres Pro­grammprojekt, das Mülheimer Büro für Wirtschaft, verbun­den. Fuchs kündigte an, dass dieses Büro einen Arbeits­schwerpunkt auf die Frankfur­ter Straße legen und mit den Geschäftsleuten Kontakt auf­nehmen würde. "Weitere In­itiativen müssen von den Ge­schäftsleuten selbst kommen".

Bei Elke Lindemann, Inha­berin der gleichnamigen Bou­tique, sind sie noch nicht an­gekommen. Auch Linde­mann ist optimistisch, was das Bautempo angeht. Die Umlei­tung der Buslinie 159 ist für ihre Buchforster Kunden prob­lematisch. Letztlich hofft auch Lindemann, dass der Umbau die Straße so attraktiv macht, dass sich auch hochwertigerer Geschäfte wieder ansiedeln.

Letzte Änderung: Donnerstag, 06.06.2013 13:40 Uhr

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