Mit Sven zum Sportverein

Projekt für junge Menschen mit Migrationshintergrund in Sachen Vereinssport

Von Montserrat Manke

Wesseling. Wenn es jemand gibt, der als "Integrationslotse" junge Menschen mit Migrationshintergrund zum Vereinssport bewegen kann, dann ist es er: Sven Helbach. Als waschechter "Wesselinger Jung" holte er vergangenes Jahr den Titel des Deutschen Kickboxmeisters in die Stadt am Rhein, er kennt seine Stadt wie die Westentasche und er scheut sich auch nicht, an so genannte Brennpunkte zu gehen, und hier das neue Projekt des Kreissportbundes vorzustellen.

Der Cheftrainer des Kickbox-Vereins "Balance of Power", hat alleine schon durch diese Aufgabe viel Kontakt zu Jugendlichen und er spricht die Sprache, auf die junge Menschen "anspringen". Darüber hinaus wird ihm sein Deutscher Meistertitel, der ihm sicher vorauseilt, aber auch seine unkomplizierte Art bei der sicher nicht leichten Aufgabe helfen, für die ihn der Kreissportbund eingestellt hat.

"Integrationslotse" - was ist das? Genau diese Frage klärten Harald Duzius und Irene Fritz vom Kreissportbund in einer Pressekonferenz im Wesselinger Rathaus. Darunter habe man einen Menschen zu verstehen, der junge Menschen mit Migrationshintergrund dazu bewegen soll, Sport im Verein zu machen.

Denn - so der Vorsitzende des Dachverbandes der Sportvereine des Rhein-Erft-Kreises - die deutsche Sportvereinskultur sei bei Migranten weitestgehend unbekannt. Dabei würden durch den Vereinssport Jugendliche "von der Straße" geholt, und die jungen Menschen würden merken, dass Sport in der Gemeinschaft "eine Supersache" sei, so Duzius: "Gemeinsam kochen und singen ist auch wichtig, und Sport ist die ideale Ergänzung".

Was aber wird Helbach, der im "richtigen Leben" Personenschützer ist, nun konkret als Integrationslotse machen? Zum einen soll der 33-Jährige in Schulen auf das neue Programm aufmerksam machen, und die so genannten "niederschwelligen Angebote" vorstellen, beispielsweise eine Basketballnacht oder allgemeine Treffen mit sportlichem Hintergrund.

Aber Helbach will auch - zusammen mit der bei den Jugendlichen sehr geschätzen Streetworkerin Vahide Özer - zu den Treffpunkten der Jugendlichen gehen und sie dort über Vereinssport aufklären. Angesprochen werden sollen Menschen zwischen 13 und 17 Jahre und sie sollen das Leben im Sportverein als "Schnupperangebot" kennen lernen. "Da sind natürlich auch die Vereine gefragt, mitzumachen", sagt Irene Fritz, die für Wesseling zuständige Bereichsleiterin.

Das "höherschwellige" Angebot wird eine Ausbildung zum Gruppenhelfer, zum Sporthelfer und zum Übungsleiter C sein, die dann über den Kreissportbund finanziert werden sollen.
Dem Wesselinger Projekt voraus gegangen war das Pilotprojekt in Bergheim, welches äußerst erfolgreich gewesen sei. So gab es in der Osterferien einen Kurs zum Gruppenhelfer Breitensport, von 30 Teilnehmern schafften die Hälfte den Gruppenhelferschein.

Als adäquates Beispiel führte Harald Duzius bei der Pressekonferenz das Beispiel "Schwimmen für muslimische Frauen" an. Hierbei hätten zwölf junge Muslima ihren Schein gemacht, und diese seien nach erfolgreicher Prüfung "vom Fleck weg" im gesamten Kreisgebiet engagiert worden.

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