Kalk (ac). "Heute sieht es hier echt schick aus.
Normalerweise findet man hier im Sandkasten Dinge, die dort nicht
hingehören, zum Beispiel Scherben und Hundekot. Bis vor zwei
Tagen wucherte hier auch noch das Unkraut", wissen Emrah
Ceylan und Mario Schmiedel, Mitarbeiter des Kinder- und
Jugendzentrums "Pavillon". Dabei war die
Albermannstraße eigentlich als Spielstraße geplant:
Findlinge und ein Sandkasten sollten Autos an der Durchfahrt vor
dem Schuleingang hindern.
Genutzt wird sie jedoch wenig: "Hier ist fast nie etwas
los", bestätigt Susanne Stübben von der
"Kalkschmiede". "Sogar die Schüler der
Max-Albermann-Schule sagen, dass dies ein hässlicher Platz
ist".
Also war die Spielstraße wie dafür geschaffen, um in die
Liste der "schwierigen Orte" aufgenommen zu werden, die
die "Kalkschmiede" für den Kalker Norden aufgestellt
hat. Vor wenigen Wochen veranstaltete die "Kalkschmiede"
bereits auf einem "toten" Spielplatzgelände an der
Lilienthalstraße einen Aktionstag, jetzt war die
Albermannstraße an der Reihe. Mit Hilfe des
"Pavillon" und des "Kalker Mittagstisch" wurden
Kinder aus dem Stadtteil zusammengetrommelt. Getränkekisten
luden zum Bauen und Klettern ein, auf einer Bühne
improvisierte die Theatergruppe "Taubenhaucher" und
über den hundekotfreien Sand wurde ein Beachvolleyballnetz
gespannt.
Einen Nachmittag lang gab es so reichlich Leben auf der
Spielstraße, für eine dauerhafte Änderung
müsste mehr passieren. "Eine Rutsche oder Schaukel",
wünschen sich Reyhan (12) und Efson (10). Außerdem
"sollen hier keine Hunde mehr hinmachen und die Leute sollen
hier keinen Müll hinwerfen".
"Es müsste eine Einrichtung geben, die das Gelände
dauerhaft nutzt", hofft Stübben. Oder es sollte eine
sinnvolle Spielfläche mit Spielgeräten oder einem
Volleyballnetz geben. Verhandlungspartner, so Stübben,
könnten die Max-Albermann-Schule oder die
Wohnungsbaugesellschaft "Deutsche Annington", der die
angrenzenden Häuser gehören, sein. Der nächste Ort,
den die "Kalkschmiede" gemeinsam mit den Anwohnern neu
entdecken will, steht noch nicht fest, wird sich aber
wahrscheinlich auch in der Lilienthalstraße befinden.
Kalkschmiede
Die "Kalkschmiede" ist ein Projektbüro zur
Quartiersentwicklung im Kalker Norden, das für zweieinhalb
Jahre von der Bonner Montag Stiftung gefördert wird.
Kooperationspartner ist die Wohnungsbaugesellschaft GAG. Aufgabe
ist es, Ideen für eine langfristige Entwicklung zu sammeln, um
das Wohnumfeld zu verbessern. www.kalkschmiede.de

