Der Striker jagt die Queen

Carrom-Freunde Köln im Finale der Deutschen Mannschafts-Meisterschaft

Holweide (jb). Um einen roten Stein in der Mitte, "die Queen", liegen neun weiße und schwarze Steine sternförmig verteilt auf einem 74 Zentimeter breiten, quadratischen Brett. Mit einem Spielstein, dem "Striker", versucht ein Mitspieler die weißen Steine in eine der vier Ecktaschen zu lochen, während es der andere auf die schwarzen abgesehen hat. 


Carrom ist Volkssport in Indien und dem ganzen Süden Asiens. Hierzulande ist der anspruchsvolle Sport eher als harmloses Brettspiel bekannt. Doch seit Mitte der 1980-er Jahre gibt es regelmäßig Deutsche Meisterschaften. In diesem Jahr stehen die Carrom-Freunde Köln (CFK) im Finale der Mannschaftsmeisterschaft.
"Dies ist unsere sechste Finalteilnahme", erklärt der CFK-Vorsitzende Rainer Hardt schmunzelnd, "nur gewinnen konnten wir bisher leider noch nie". Der Grund hierfür sind die beiden überragenden Teams der Republik aus Bad Neuenahr und vor allem aus Dortmund mit dem Rekordmeister Peter Böcker.
Alljährlich wird eine Einzel-, Doppel- und Team-DM ausgespielt. Im Doppel konnten die Kölner Ralf Klose und Rainer Hardt in diesem Jahr einen guten 6. Platz erringen. Der Kölner Johannes Jörg macht sich vor dem letzten Einzelturnier noch Hoffnungen auf einen Podestplatz. Bei der Europameisterschaft in Rom wurde er Vizemeister mit der Nationalmannschaft. Beim "Master Cup" am Saisonende mit den acht besten deutschen Spielern könnten mit Rainer Hardt, Johannes Jörg und Jörg Kijanski drei Kölner Carrom-Freunde vertreten sein.
Jörg Kijanski ist auch Präsident des Deutschen Carrom-Verbandes und sieht die deutschen Spieler europäisch auf einem guten Niveau. Angeblich wurde das Spiel vom Billard abgeleitet, das britische Kolonialherren nach Indien mitbrachten. Von dort beziehen die ambitionierten Spieler per Direktimport auch Bretter und Steine. Bei sieben Partien auf 25 Punkte, die bis zu eine Stunde dauern, ist für ein Turnier Kondition erforderlich, zudem eine hohe Konzentrationsfähigkeit, Vorausdenken und Feinfühligkeit. Pro "Board" sind maximal 12 Punkte möglich, sodass bei einer Partie wenigstens dreimal angestoßen wird. Geschnippt wird mit Daumen, Zeige- oder Mittelfinger; wer einen Stein gelocht hat, ist noch mal dran.
Der genaue Finaltermin im November in Köln steht noch nicht fest. Interessenten sind beim Training jeden Dienstagabend ab 20 Uhr bei der Evangelischen Versöhnungskirche in Holweide immer gerne gesehen. Informationen unter www.carrom-koeln.de

Letzte Änderung: Freitag, 01.10.2010 16:46 Uhr

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