"Magischer Brei"

Siebte Ferienakademie für Naturwissenschaften

Von Montserrat Manke

Wesseling. Schönheit liegt ja bekanntlich im Auge des Betrachters und da ich in diesem Moment diejenige war, kann ich nur sagen: Dieses Tier trägt seinen Namen "Gespenstschrecke" völlig zurecht. Hässlich wie die Nacht und furchteinflößend kommt das Insekt daher, dass ich erst mal zwei Schritte zurückweiche, instinktiv.

Ganz anders reagieren die 14 Grundschüler des Ferienakademiekurses "Die Welt der Krabbeltiere". Als es darum geht, wer die Heuschrecke auf die Hand nimmt, um ein Foto für die Zeitung zu machen, schnellen alle Finger in die Höhe, und mir bleibt nichts anderes übrig als mit einem Kinderabzählreim einen herauszupicken.

Aber zu meiner eigenen Verteidigung: Die Neunjährigen hatten auch schon zwei Tage Zeit, um mit der Gespenstschrecke "Freundschaft" zu schließen, denn in dem Kurs ging es darum, Insekten besser kennen zu lernen. Die Kinder beobachteten beispielsweise das Verhalten von Kellerasseln, Mehlkäfern und ebensolchen Würmern. Mit Feuereifer wurden (tote) Schmetterlinge unterm Mikroskop untersucht und ein Schmetterlingsmemory gefertigt.

Im nächsten Pavillonzimmer des Käthe Kollwitz Gymnasiums, welche zum siebten Mal Grundschüler zur Ferienakademie eingeladen hatte, stand "Erfinden und forschen" auf dem Plan und hier waren die Viertklässler damit beschäftigt, aus Papier, Kordel und Strohhalmen Brücken zu bauen. Und zwar ohne Hilfe: Alleine mit ihrer Phantasie entstanden die Brücken, die als Belastungstest Federmäppchen zu halten hatten.

An einem anderen Tisch wurde mit Hilfe eines Nagels und einem Geldstück in einer "sauren Lösung" Katzengold hergestellt - zu sehen war leider noch nichts.

Derweil war drüben im zweiten Stock des Hauptgebäudes in den Chemielaboratorien wieder mal "Chemisches Zaubern" angesagt. Mit Speisestärke und Wasser wurde ein "magischer Brei" hergestellt, der zwar flüssig aussah, aber bei schnellem Berühren hart wie ein alter Kaugummi war. Damit sollen die Kinder an Aggregatszustände herangeführt werden, wie Jana Mölzner, Diplom Biologin und eine von fünf Kräften, die die Kurse leiteten, erklärte.

Im nächsten Labor versammelte Studentin Anna Haustein die Kinder um den Experminentiertisch und stellte aus "Desmodur" sowie "Desmophen" Nylon her. Alle Kinder setzen pflichtgemäß ihre Schutzbrillen auf und schon ging es los: Die Studentin mischte beide Chemikalien in einem Plastikbecher und erst stank es nur ziemlich, doch dann fing es an zu brodeln und wie bei einem Hefeteig ging das Gemisch mächtig auf. "Ah" und "Boa" machten die Kinder.

In den Ferien in die Schule: Das hat bei dem naturwissenschaftlichen Gymnasium Tradition und kommt prima an - 74 Kinder kamen drei Tage ins Gymnasium, um die Welt der Naturwissenschaften näher kennen zu lernen. Dabei waren die Beweggründe der Kinder vielschichtig, reichten von "Das macht einfach Spaß" über "Ist doch besser, als zuhause rumzuhängen" bis zu "Dann lerne ich schon mal die neue Schule kennen". Aber alle Kleinen hatten eins gemein: Riesenspaß an der Sache.

Organisiert hatten das Ganze Lehrer Eike Zobel und Ingrid Klinner. Unter anderem geht es bei der Ferienakademie auch darum, die Grundschüler dabei zu unterstützen, schon früh naturwissenschaftliche Begabungen zu entdecken und zu fördern.

Zum Abschluss zeigten die Mädchen und Jungen im Rahmen einer Präsentation ihr Erlerntes in Vorführungen und für alle kleinen Teilnehmerinnen und Teilnehmer gab es das "Akademie-Diplom".

Von Zuhause brachten die zehn Kinder aus dieser Gruppe "Chemisches Zaubern" ihre "Kittel" mit und gerne stellten sich alle zum Pressefoto für den Werbekurier auf und sagten mit dem Klick "Cheeeemieeee". Mit auf dem Bild die Diplom Biologin Jana Mölzner (Mitte), die den Kurs leitete und die Organisatoren der Ferienakademie Eike Zobel und Ingrid Klinner.
Letzte Änderung: Montag, 18.10.2010 17:12 Uhr

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