Jüdisches Museum: Baubeginn noch in 2012

Der Bau des Museums ist mit circa 52 Millionen Euro veranschlagt

Köln (ha). Nach der Freilegung eines der ältesten und größten jüdischen Stadtquartiere Mitteleuropas mit der ältesten bekanntesten Synagoge nördlich der Alpen soll ein jüdisches Museum am Rathausplatz Realität werden. 

Kulturdezernent Georg Quander äußerte sich optimistisch hinsichtlich des Baubeginns auf der Archäologischen Zone: "Die Baukosten sind mit dem Ratsbeschluss gesichert. Dies wird also realisiert. Wir fänden es jedoch ansprechend, wenn sich der Landschaftsverband Rheinland an den Betriebskosten beteiligen würde. Es ist ja kein Geheimnis, dass die Stadt mit finanziellen Problemen zu kämpfen hat", sagte Quander. Obgleich es noch keine Zusage des Verbandes gab, rechnet man bei der Stadt offensichtlich fest mit einer Finanzierungsübernahme. "Wenn sich der LVR nicht beteiligt, müssen neue Gespräche geführt werden", so der Kulturdezernent, der die Betriebskosten mit vier bis sechs Millionen Euro jährlich bezifferte. Der Bau des Museums ist mit circa 52 Millionen Euro veranschlagt. Der Beginn der Maßnahmen soll im letzten Quartal dieses Jahres starten. Der Abschluss der Bauarbeiten ist für Ende 2015, Anfang 2016 anvisiert. "Wir haben keinen Zweifel, dass das Museum einen starken Zulauf erhält", unterstützte der Projektleiter der Archäologischen Zone, Seven Schütte, die Aussagen Quanders. Im 330-seitigen und mit über 400 Abbildungen versehenen Zwischenbericht (Von der Ausgrabung zum Museum - Archäologie zwischen Rathaus und Praetorium, ISBN 978-3-9812541-1-2) präsentieren Sven Schütte und Marianne Gechter eine umfangreiche Bilanz der wissenschaftlichen Arbeiten auf dem 7.500 Quadratmeter großen Terrain seit Wiederaufnahme der Ausgrabungen im August 2007. Eines der zahlreichen Highlights stellt die Synagoge dar, die eine Einsicht in die Anfangszeit der jüdischen Kultur in Europa widerspiegelt. Einen besonderen Fund verzeichneten die Archäologen mit dem vielleicht ältesten Kloschild der Geschichte. Die Inschrift verweist auf ein Fenster, aus dem die Ausscheidungen in eine Kloake überführt werden sollen.

Letzte Änderung: Donnerstag, 08.10.2015 17:12 Uhr

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